Axel Springer Verlag Der Rotstift regiert

Das Berliner Verlagshaus spart sich gesund. Mit einem rigiden Sparkurs kann Vorstandschef Mathias Döpfner den Gewinn deutlich steigern, obwohl der Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres stagnierte.

Berlin - Der Axel Springer Verlag  hat seinen Gewinn nach Steuern im ersten Halbjahr um 25 Prozent gesteigert. Damit verdiente der Zeitungskonzern in den ersten sechs Monaten 2003 bereits mehr als im gesamten Vorjahr.

Der Halbjahresüberschuss sei um 25 Prozent auf 90 Millionen Euro gestiegen, teilte das Verlagshaus mit. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) legte von 50 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro zu. Der Umsatz stagnierte bei 1,2 Milliarden Euro. Grund zum Aufatmen sieht Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags, jedoch nicht: "Die Marktlage bleibt überaus schwierig. Wir werden daher das Restrukturierungsprogramm im zweiten Halbjahr fortsetzen", erklärte der Konzernchef.

Döpfner hatte bereits Ende 2001 angekündigt, zehn Prozent der damals rund 14.000 Stellen abbauen zu wollen. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass ein Großteil dieses Vorhabens schon umgesetzt sei.

Zenrale geht nach Berlin

Derweil plant der Herausgeber von Zeitungen wie "Bild" und "Welt" die Verlagerung seiner Zentrale nach Berlin. Ziel sei, mit der Konzentration auf einen Verwaltungsstandort Strukturen zu verschlanken und das Kostenniveau weiter zu senken. Der Standort Hamburg bleibe aber weiter erhalten.

Betroffen seien rund 1000 Stellen der Zentrale, hieß es in Presseberichten. Rund 450 Mitarbeiter sollen davon allerdings in Hamburg bleiben, 180 Mitarbeiter müssten demnach auf jeden Fall nach Berlin umziehen. Was mit den restlichen 420 Mitarbeitern geschehe, sei noch unklar. Darüber hinaus überlegt der Verlag derzeit, wie die Zukunft der Dokumentation aussehen könnte. Berichten zufolge erwägt das Unternehmen eine Ausgliederung in ein Tochterunternehmen oder in ein Joint Venture.

Grund für die drastischen Sparmaßnahmen ist der herbe Einbruch des Anzeigenaufkommens, unter dem besonders die Zeitungsbranche leidet. Insgesamt verringerten sich die Werbeaufwendungen bei Axel Springer im ersten Halbjahr 2003 um weitere 5,6 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Die Anzeigenumsätze sanken um 5,5 Prozent auf 480 Millionen Euro, der Anstieg der Vertriebserlöse um 5,5 Prozent habe dies aber mehr als wettgemacht.

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