Motorola Drei Milliarden Dollar sparen

Der zweitgrößte Handyproduzent der Welt will drei Milliarden Dollar an Löhnen sparen und lagert Arbeitsplätze nach Indien aus. Zudem gibt es offenbar Pläne, die Telefonsoftware von Microsoft zu verwenden.

Hamburg - Den US-Handyhersteller Motorola zieht es verstärkt Richtung Osten. Wie Unternehmenschef Mike Zafirovski in der "Hindustan Times" ankündigt, plane sein Konzern Arbeitsplätze aus dem Bereich Forschung und Technik nach Indien auszulagern.

Über die Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze sowie Neueinstellungen wollte sich Zafirovski nicht äußern. "Aber wir wollen den Umsatz, den wir derzeit in Indien mit 1.500 Beschäftigten machen, verdoppeln, und im Bereich Konstruktion und Software-Entwicklung investieren", sagte der Motorola-Chef.

Durch Outsourcing habe Motorola die Ausgaben für Gehälter in den letzten Jahren um vier Milliarden Dollar drücken können. Bis 2005 sei es das Ziel von Motorola, den Preis für die Arbeitskräfte um weitere drei Milliarden Dollar zu drücken, so Zafirovski weiter.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Motorola als erster Mobiltelefonproduzent von Rang und Namen seine Handys mit der Software von Microsoft zu bauen plant. Das berichtet die "Wirtschaftswoche". Damit würde erstmals ein großer Produzent die Mobilfunkplattform des Softwarekonzerns nutzen.

Motorola ist nach Nokia der zweitgrößte Handyhersteller der Welt. Bisher beträgt der Anteil des Konkurrenzstandard Symbian der fünf führenden Handyhersteller mehr als drei Viertel.

Bislang waren Microsofts Versuche, im Handymarkt Fuß zu fassen, von vielen Rückschlägen geprägt. Mit dem britischen Handybauer Sendo wollten die Redmonder ursprünglich Anfang des Jahres mit dem Modell Z100 das erste Handy mit Microsoft-Software auf den Markt bringen. Kurz vor Fertigstellung kündigte Sendo jedoch die Zusammenarbeit auf und wechselte zur "Symbian-Fraktion". Die einstigen Partner streiten sich seither vor Gericht.

Zuletzt wollte die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile im Sommer ein Handy mit Microsoft-Software auf den Markt bringen. Unter Hinweis auf "Qualitätsmängel" wurde der Marktstart allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben.

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