Lucent Technologie Stand ein Minister auf der Gehaltsliste?

Der Netzwerkausrüster freute sich eine Zeit lang über lukrative Geschäfte in Saudi-Arabien. Doch nun wird der Konzern beschuldigt, jahrelang einen Minister bestochen zu haben. Lucent hält die Vorwürfe für substanzlos.

New York - Der Netzwerkausrüster Lucent Technologies  und die Schweizer Firma ACEC sehen sich derzeit einem unangenehmen Vorwurf ausgesetzt. Die beiden Unternehmen werden beschuldigt, zwischen 1995 und 2002 ein saudi-arabisches Regierungsmitglied bestochen zu haben. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Minister für Post und Telekommunikation, Ali Al-Johani.

Für Geschenke, Geld und Reisen forcierte der Minister angeblich die Auftragsvergabe an Lucent insbesondere durch die staatliche Telefongesellschaft. So soll Lucent beispielsweise einen Auftrag von der Saudi Telecom im Wert von 699 Millionen Dollar für den Aufbau eines GSM-Mobilfunknetzes erhalten haben.

Das Nachsehen dabei hatte das saudische Telko-Unternehmen National Group. Das Unternehmen - inzwischen durch einen Merger in Silki La Silki Telecommunications aufgegangen - hat nun bei einem New Yorker Gericht Klage eingereicht. Silki La Silki beziffert den Schaden auf rund 63 Millionen Dollar. Die Schadensersatzforderungen liegen aber drei Mal so hoch.

Lucent und die Schweizer Firma sollen insgesamt 15 Millionen Dollar an den Ex-Minister gezahlt haben, lautet der Vorwurf. Der habe Privatjets nutzen können, in luxuriösen Hotels in New York und Seattle logiert und medizinische Behandlungen bezahlt bekommen. Ein Sprecher von Lucent sagte, die Vorwürfe hätten keine Substanz. Bei ACEC war zunächst niemand zu erreichen.

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