Constantin Film Trister Jahrhundertsommer

Des einen Freud ist des anderen Leid. Die Hitze hat die potenziellen Zuschauer vor allem in die Biergärten getrieben. Die Kinobetreiber gucken in die Röhre und Filmverleiher Constantin klagt über einen deutlichen Umsatzrückgang.

Frankfurt - Das tolle Sommerwetter und die Kosten für die Rechtsberatung im Streit mit dem Großaktionär Highlight Communications  machen dem Filmproduzent und -verleiher Constantin Film  zu schaffen. So sehr, dass das Münchener Unternehmen nun seine Prognosen für 2003 senkt. Schwarze Zahlen sind in weitere Ferne gerückt, und so erwartet Constantin Film, dass das Unternehmen das laufende Jahr mit einem Minus abschließen wird.

Wegen des seit Monaten anhaltenden schönen Wetters gingen weniger Menschen in die Kinos, erläuterte Constantin Film am Mittwoch. Der Jahrhundertsommer belaste die gesamte Kinobranche. Tatsächlich beklagt die Branche einen Rückgang der Besucher von bis zu 14 Prozent.

Für Constantin Film Grund genug, seine Prognosen für das gesamte Jahr zu revidieren. Beim Umsatz erwartet der Filmproduzent nur noch 100 Millionen Euro statt den bisher angekündigten 120 bis 135 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 131,2 Millionen Euro.

Streit kostet Geld

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde voraussichtlich ein Verlust zwischen acht und zwölf Millionen Euro anfallen. Bisher hatte Constantin operative Gewinne und eine Ebit-Marge von zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt.

Im ersten Halbjahr 2003 verbuchte Constantin vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 2,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von einer Million Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen habe im Streit mit dem Schweizer Großaktionär Highlight erhebliche Beratungskosten gehabt, hieß es zur Begründung. Bernd Eichinger und Highlight Communications lieferten sich einen wochenlangen Streit um die Übernahme.

Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 36 Millionen Euro einbrach - im Vorjahr waren es 63,4 Millionen Euro. Die liquiden Mittel des Konzerns bezifferte Constantin auf 78,5 Millionen Euro.

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