ProSiebenSat1 Pflichtangebot für die Aktionäre

Die Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern durch den US-Milliardär Haim Saban ist nun auch formell unter Dach und Fach. Doch die freien Aktionäre dürften enttäuscht werden. Eine Umwandlung der Vorzugsaktien ist nicht geplant.

München - Die Saban Capital Group hat am Montag in Pflichtmitteilungen in Deutschland und den USA bekannt geben, dass Saban den Stamm- und den Vorzugsaktionären von ProSiebenSat1  ein Pflichtangebot zum Erwerb aller ihrer Aktien machen wird. Wie bereits angekündigt, wollen Saban und seine fünf Investmentpartner Partner die geplante Kapitalerhöhung bei ProSieben in Höhe von 280 Millionen Euro garantieren.

Wer gehofft hat, dass die Vorzugsakien in Stammaktien umgewandelt werden, der wird allerdings enttäuscht. Die Saban-Gruppe plane nicht die Umwandlung, hieß es. Das Angebot an die Vorzugsaktionäre werde als Gegenleistung eine Geldleistung vorsehen, die dem gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurs der Vorzugsaktien in den vergangenen drei Monaten entspreche.

Dieses Preisangebot orientiert sich somit genau am gesetzlichen Mindestpreis. Aktionäre können demnach nur mit einem Angebot von rund sechs Euro rechnen, während der aktuelle Börsenkurs bei 7,25 Euro liegt.

Die P7S1 Holding LP, eine Tochtergesellschaft der Saban-Gruppe, habe rund 69,99 Millionen Stammaktien der ProSiebenSat1 unmittelbar erworben, hieß es weiter. Dies entspreche 35,99 Prozent des Grundkapitals und damit 71,98 Prozent der Stimmrechte.

Bereits am Wochenende hatte die KirchMedia mitgeteilt, dass die Saban-Gruppe den Kaufvertrag unterschrieben habe. Damit ist Saban im zweiten Anlauf zum Zug gekommen, nachdem ein erster Übernahmeversuch im Juni an finanziellen Details gescheitert war. Das Kartellamt hat bereits grünes Licht gegeben.