T-Systems 1,2 Milliarden Euro von DaimlerChrysler

Des einen Freud, des anderen Leid - während die Telekom-Tochter gerade zwei Manager wegen des Debakels um die LKW-Maut entlassen hat, angelt sich das Systemhaus einen lukrativen Auftrag: Kunde ist DaimlerChrysler.

Frankfurt - T-Systems, die Systemhaustochter der Deutschen Telekom , sorgt am Montag mit zwei Nachrichten für Aufsehen. Zum einen zieht das Unternehmen die Konsequenzen aus dem Desaster mit der LKW-Maut, zum anderen hat sich die Telekom-Tochter einen fetten Auftrag geangelt: Die DaimlerChrysler-Gruppe  hat den IT-Spezialisten mit einem dreijährigen Dienstleistervertrag betraut. Verhandlungsnahe Kreise bezifferten das Auftragsvolumen auf rund 1,2 Milliarden Euro.

"Wir haben mit DaimlerChrysler einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der auch die Aktivitäten von Mitsubishi Motors einschließt", sagte T-Systems-Chef Konrad Reiss.

Die bestehende Vereinbarung für Dienstleistungen bei Netzwerk- und Informationstechnik sei um drei Jahre verlängert und stark erweitert worden. Eine Sprecherin von DaimlerChrysler sagte gegenüber manager-magazin.de, dass der Vertag erst im Laufe dieser Woche unterschrieben würde. Neu sei, dass die jetzt getroffene Vereinbarung die internationalen Bereiche umfasse. Mitarbeiter von DaimlerChrysler seien durch den neuen Vertrag nicht betroffen.

Rechenzentren in T-Systems Obhut

Demnach umfasst die Vereinbarung unter anderem den weltweiten Betrieb von Rechenzentren, Beratung, Softwareentwicklung, Nutzerbetreuung und Wartungsdienste. So soll T-Systems das Rechenzentrum der Stuttgarter übernehmen und betreiben, heißt es. Der Vertrag ende 2006, sei aber gleich mit einer Option für eine zweijährige Verlängerung versehen worden.

DaimlerChrysler ist T-Systems schon seit Jahren verbunden. Die Vorgängerfirma Debis Systemhaus zählte einst zum DaimlerChrysler-Konzern, bevor die Deutsche Telekom das Tochter-Unternehmen Anfang 2002 ganz übernahm.

Einer der lukrativsten Aufträge

T-Systems-Sprecher Stefan König sagte dazu laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX, der Auftrag gehöre zu den größten, die weltweit in diesem Geschäftsjahr vergeben werden. Im Vergleich zum bereits bestehenden Dienstleistervertrag mit DaimlerChrysler habe der neue Auftrag nach Angaben von Reiss ein höheres Volumen und beinhaltet auch die Verantwortung für die Konzernbeteiligung an Mitsubishi Motors. Ein Teil des Auftragsvolumens werde T-Systems noch im laufenden Geschäftsjahr als Umsatz verbuchen.

Weniger positiv fiel T-Systems dagegen in Sachen LKW-Maut auf. Der Start der umstrittenen Gebührenerhebung wurde bereits um zwei Monate verschoben, eine weitere Verzögerung kündigt sich an. Nun hat das Debakel zu ersten personellen Konsequenzen geführt: Reiss entließ die beiden Topmanager Norbert Knoppik und Hermann Caffier.

Insgesamt zeigt sich T-Sytems-Chef Reiss jedoch zufrieden. "Im vergangenen halben Jahr hat sich der Auftragseingang sehr erfreulich entwickelt", sagte Reiss. Vor kurzem erhielt das Systemhaus einen Dienstleistervertrag mit dem Luftfahrtkonzern Airbus. 2002 lag der Umsatz bei etwa 11,3 Milliarden Euro.