Vodafone Mit gefüllter Kasse auf Einkaufstour

Der Mobilfunker kauft für etwa eine halbe Milliarde Euro einen der letzten unabhängigen mobilen Serviceprovider in Großbritannien.

London - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone  geht mal wieder auf Einkaufstour. Wie das Unternehmen mitteilte, wird der Konzern den britischen Mobilfunkverkäufer Singlepoint für 405 Millionen britische Pfund erwerben. Das entspricht 586,10 Millionen Euro.

Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Übereinkunft getroffen, teilte Vodafone am Montag mit und bestätigte damit Informationen aus Londoner Kreisen vom Morgen. Singlepoint gehört der in Privatbesitz befindlichen Caudwell Group. Der Presse zufolge hatten sich die Gespräche zwischen Vodafone und John Caudwell, der 97 Prozent der Caudwell-Anteile hält, über fünf Monate hingezogen.

Singlepoint galt bislang als einer der letzten unabhängigen mobilen Serviceprovider in Großbritannien. Das Unternehmen kaufte von verschiedenen Mobilfunkunternehmen Zeitkontingente, die dann an die Singlepoint-Kunden weitergegeben wurden.

Unter anderem bietet der Provider Chatfunktionen für das Handy, ebenso den Hotmail-Messenger bis hin zum Routenplaner an. Insgesamt zählt Singlepoint 1,9 Millionen Kunden, von denen fast 90 Prozent das Vodafone-Netz nutzen. Der Umsatz des Diensteanbieters wird für 2002 Presseberichten zufolge auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt.

"Vodafone kann durch dieses Geschäft in direkten Kontakt mit den Singlepoint-Kunden kommen und nach dem Wegfall von Zwischenverkäufern höhere Erträge erwirtschaften", hieß es bereits im Vorfeld. was allerdings mit den 1900 Angestellten von Singlepoint passieren wird, darüber seien noch keine "festen Entscheidungen" gefallen, hieß es in einer Mitteilung.

Bei den Vodafone-Aktionären kam die Nachricht von der Übernahme gut ab. Am Vormittag zog die Aktie leicht an.