Lkw-Maut Manager-Schwund

T-Systems-Chef Konrad Reiss hat drei Spitzenkräfte aus seiner Führungsgruppe entfernt. Zwei davon sind nach Informationen von manager-magazin.de die ersten Opfer der Misere um die Einführung der Lkw-Maut in Deutschland.
Von Eva Müller und Anne Preissner

Hamburg - Das Debakel um die Einführung der Lkw-Maut in Deutschland hat zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Bei T-Systems mussten zwei Topmanager ihre Posten räumen: Norbert Knoppik und Hermann Caffier.

Knoppik war als Leiter des Bereichs Systemintegration für die technische Umsetzung des Mautsystems Toll Collect zuständig. Sein Kollege Caffier zeichnete für den Bereich Öffentliche Hand verantwortlich, zu dem auch der Auftrag des Bundesverkehrsministeriums für die Erhebung der Autobahnbenutzungsgebühr für den Schwerverkehr gehörte.

Ende Juli hatte Verkehrsminister Manfred Stolpe eingestanden, dass das hochkomplexe Erfassungssystem nicht rechtzeitig zum 31. August gestartet werden kann. Verantwortlich für die Entwicklung und den Betrieb der Lkw-Maut ist das Konsortium Toll Collect, an dem DaimlerChrysler , Deutsche Telekom  und die französische Cofiroute beteiligt sind. Hauptgrund für die Verschiebung des Toll-Collect-Starts auf Anfang November sind erhebliche technische Probleme.

Besonders dramatisch wirken sich Fehlfunktionen in der zentralen Software aus. Für diesen Bereich ist der Telekom-Ableger T-Systems zuständig. Nun hat T-Systems-Chef Konrad Reiss reagiert. Klammheimlich setzte er Knoppik und Caffier von ihren Posten ab. Sie erscheinen auf der Website von T-Systems nicht mehr als Mitglieder des Führungsgremiums Executive Board.'

Als kommissarischen Nachfolger von Knoppik berief Reiss Hans-Joachim Rudnick, der gleichzeitig auch für die Betreuung der Industrie-Kunden von T-Systems verantwortlich ist. Die Position von Caffier wird demnächst neu besetzt.

Der Bereinigung des Executive Boards fiel auch Jürgen Kratz zum Opfer. Die Position des Chief Information Officer wurde abgeschafft, Kratz zeichnet nun für den Bereich strategische Partnerschaften verantwortlich.

Mit den Personalveränderungen verkleinerte Reiss seinen Führungszirkel von bisher 14 auf nunmehr 11 Personen. Das seit März diesen Jahres bestehende Gremium gilt intern als ineffizient und schwer zu führen.