Ish Ausverkauf in Köln?

Der Kabelnetzbetreiber aus Nordrhein-Westfalen steht womöglich zum Verkauf. Käufer könnte das Unternehmen Kabel Deutschland sein. Doch das dürfte dem Kartellamt nicht gefallen.

Köln - Haben die Gläubigerbanken des TV-Kabelnetzbetreibers Ish die Nase voll? Liest man einen SPIEGEL-Bericht, dann ist die Antwort eindeutig: Dem Bericht zufolge wollen die Gläubigerbanken das Kölner Unternehmen verkaufen. Das Eigentümerkonsortium um die Deutsche Bank  führe Gespräche mit mehreren Investoren, schreibt der SPIEGEL.

Das Dementi ließ indes nicht lange auf sich warten. Der Vertreter der Eigentümer, Tom Brown von der Deutschen Bank, erklärte am Sonntag: "Wir sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung bei Ish sehr zufrieden und planen keinen kurzfristigen Verkauf. Vielmehr schätzen wir die Wertentwicklung bei Ish sehr positiv ein und halten das Unternehmen für eine gute Investition."

Ganz so eindeutig fiel die Aussage von Ish-Unternehmenssprecher Stefan Lennardt allerdings nicht aus: Die Investoren aller deutschen Kabelregionen seien in ständigen Gesprächen miteinander.

So fand der SPIEGEL auch schon einen aussichtsreichsten Kandidaten für die NRW-Gesellschaft: die Kabel Deutschland GmbH. Deren Eigentümer, darunter die Investmentbank Goldman Sachs , erwarteten von der Übernahme erhebliche Einspareffekte. Inklusive Schulden wollten die ish-Eigentümer mindestens 300 Millionen Euro erzielen.

Kabel Deutschland hat die Nase vorne

Aus Sicht der zuständigen Kartellbehörden in Bonn und Brüssel könnte ein solches Geschäft jedoch äußerst problematisch werden. Kabel Deutschland hat bereits sechs der ursprünglich neun Telekom-Regionalgesellschaften. Nur noch Hessen und Baden-Württemberg hätten dann andere Besitzer.

Ein Konsortium um die Investor Blackstone Group hat das Netz in Baden-Württemberg gekauft. In Hessen ist die Deutsche Telekom  noch mit 35 Prozent an dem Kabelnetzbetreiber Iesy beteiligt. Hier steig der britische Investor Gary Klesch ein.

Ish ist ein Unternehmen, das sich seit seiner Gründung nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Ursprünglich von US-Investor Callahan in Deutschland gegründet, sollte der TV-Kabelbetreiber den deutschen Markt auf Trab bringen. Digitales, interaktives Fernsehen, Internet, Telefonie und mehr versprach Ish.

Nur wenige Monate später brach die Ish Holding allerdings unter der schweren Finanzlast zusammen und meldete Insolvenz an. Im Februar war das Unternehmen von Gläubigerbanken zum Mindestgebot von 275 Millionen Euro ersteigert worden.