Pay-TV Gewinnpremiere im nächsten Jahr

Der Pay-TV-Sender Premiere hat seine eigenen Erwartungen übererfüllt und hebt entsprechend seine Prognosen für dieses Jahr an. Im ersten Quartal 2004 erwartet Senderchef Georg Kofler erstmals Gewinne.

München - Der Abo-TV-Sender Premiere hat in den ersten sechs Monaten die eigenen Erwartungen übertroffen und ein besseres Ergebnis erwirtschaftet. Der Sender hebt deshalb seine Prognose für das Gesamtjahr an.

Das Unternehmen rechnet für 2003 bei einem Umsatz von mehr als 900 Millionen Euro nunmehr mit einem operativen Verlust von weniger als 40 Millionen Euro - anstelle eines Minus in Höhe von 60 Millionen Euro, das noch im April in Aussicht gestellt wurde. "Im ersten Quartal 2004 wird Premiere schwarze Zahlen schreiben", gab sich Premierechef Georg Kofler optimistisch.

In den ersten sechs Monaten wuchs der Umsatz den Angaben zufolge um 26 Prozent auf 471 Millionen Euro. Der operative Halbjahresverlust sei von 264 Millionen auf 15 Millionen Euro reduziert worden. Im zweiten Quartal habe der operative Verlust nur noch sieben Millionen Euro betragen.

2,9 Millionen Abonnenten um die Kosten zu decken

Den Nettozuwachs an Abonnenten in den ersten sechs Monaten bezifferte der Sender auf 95.000. Nunmehr sei die Schwelle von 2,7 Millionen Abonnenten überschritten worden. "Damit haben wir eine weitere wichtige Marke schneller erreicht als geplant", sagte Kofler.

Nach wie vor hält er an dem Ziel fest, bis zum Ende des Jahres die Zahl von 2,9 Millionen Abonnenten überschreiten zu können. Das entspreche in etwa der Größenordnung, um kostendeckend arbeiten zu können, so der Premierechef.

Die Gesamtkosten habe Premiere in den vergangenen Monten senken können. Sie seien im ersten Halbjahr inklusive Abschreibungen von 662 Millionen im Vorjahr um 25 Prozent auf 500 Millionen Euro verringert worden.

"Mit weniger Budget mehr Qualität"

Die größten Einsparungen seien im Programmbereich realisiert worden, der mit einem Anteil von 53 Prozent am Gesamtaufwand den wichtigsten Kostenblock stelle. Insgesamt sollen in diesem Jahr weit über 300 Filme in deutscher TV-Erstausstrahlung gesendet werden. Auch im Sportbereich habe Premiere sein Angebot weiter ausgebaut.

Einen Wachstumsschub verspricht sich der Premierechef von der Zunahme digitalisierter Haushalte sowie von der Einführung des neuen Verschlüsselungssystems ab Herbst dieses Jahres. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Wechsel komplett noch vor Weihnachten umsetzen können."

Mit dem neuen System will Premiere den Schwarzsehern das Handwerk legen, deren Zahl Kofler auf rund eine Million schätzt. Für das Jahr 2005 hat der Sender weiterhin den Börsengang im Blick. Im ersten Halbjahr werde Premiere das Umfeld dafür prüfen und einen Börsengang gegebenenfalls rasch auf den Weg bringen, so Kofler.

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