Viacom "Reizvolle Profite"

Der US-Medienkonzern interessiert sich außer für Fernsehsender wie CBS und MTV mittlerweile auch für Plakatwerbung - nun steht die Deutsche Städte Medien auf seiner Einkaufsliste.

Hamburg - Das US-Medienunternehmen Viacom  würde gerne die Deutsche Städte-Medien (DSM) übernehmen. Gegenüber dem SPIEGEL sagte Viacom-Chef Sumner Redstone: "Stimmt, wir sind interessiert." Denn die Profite seien reizvoll, weil Außenwerbung oft unterschätzt werde, so Redstone.

Der Viacom-Konzern, zu dem unter anderem die Fernsehsender CBS und MTV gehören sowie die Videokette Blockbuster und das Hollywoodstudio Paramount, ist im Bereich Außenwerbung mittlerweile in ganz Europa aktiv.

Mit den fünf Unternehmen, die Viacom übernommen hat, kontrollieren die Amerikaner etwa zehn Prozent des europäischen Marktes. "Das mag noch nicht viel sein für ein Unternehmen, das sich vorgenommen hat, auch hier die Nummer eins zu werden", sagt Redstone, "aber wir haben ja auch gerade erst angefangen."

Am 1. Juli ist das Verkaufsverfahren für die DSM gestartet, die bislang im Besitz von 28 deutschen Kommunen ist und Plakatwerbeflächen an Bushaltestellen und öffentlichen Toiletten vermarktet. Über den neuen Kaufinteressenten wollte sich die DSM nicht äußern. Aufsichtsratsvorsitzender Constantin Alsheimer sagte zu manager-magazin.de, dass man sich über die große Bandbreite an Interessenten freue, aber keinen Favoriten habe.

"Wichtig ist einen möglichst hohen Preis zu erzielen, auf jeden Fall aber einen, der dem vollen Wert des Unternehmens entspricht", so Alsheimer. Wann die Entscheidung über den Verkauf fällt sei bislang noch unklar. Der DSM-Aufsichtsrat sagte, dass man hoffe, bis zum Ende des Jahres einen Käufer gefunden zu haben. "Es könnte sich aber auch bis ins Frühjahr hinziehen."

DSM werde, so Schätzungen, als deutscher Markführer mit einem Wert von 200 bis 400 Millionen Euro taxiert. Außer Viacom haben offenbar auch die Düsseldorfer Ströer AG, Wall aus Berlin, die europäische Nummer eins, JC Decaux aus Frankreich und die US-Firma Clearchannel Interesse daran, den Plakatwerber zu übernehmen.

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