Deutsche Telekom Höhere Preise für Geschäftskunden

Es wird teurer - nicht nur auf Privatkunden kommen höhere Grundgebühren zu, sondern auch auf die Geschäftskunden der Telekom. Im Gegenzug sollen dafür die Tarife für Telefonate sinken.

Bonn - Die Deutsche Telekom  will nun auch die Tarife für ihre Geschäftskunden erhöhen. Das Unternehmen bestätigte gegenüber manager-magazin.de, dass der Konzern einen entsprechenden Antrag bei der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) eingereicht habe.

Demnach sollen die Grundgebühren erhöht und die Tarife für Gespräche gesenkt werden. "Wir vollziehen damit nur das, was wir bereits im Privatkundengeschäft machen", sagte ein Sprecher der Telekom.

Demnach sollen die Gebühren für analoge und für ISDN-Anschlüsse sowie die Bereitstellung von Telefonanschlüssen steigen. Im Gegenzug sollen dafür die Tarife für Telefonate sinken. Diese Tarife seien allerdings an Mindestbeträge gekoppelt, hieß es weiter. Das neue Gebührensystem soll ab Herbst gelten.

Wie die "Wirtschaftswoche" berichtete, plant die Telekom, vier neue Businesscall-Tarife mit einer Rund-um-die-Uhr-Einheitsgebühr einzuführen. Tagsüber koste das Gespräch statt 4,8 Cent nur noch 4,3 Cent pro Minute. Dem Bericht zufolge sollen diese Angebote nur für Kunden gelten, die sämtliche Gespräche über die Deutsche Telekom führen. Die Unternehmen müssten sich verpflichten, auf Angebote der Konkurrenz zu verzichten.

Wettbewerb in der Falle?

Der 40-seitige Antrag der Telekom umfasst darüber hinaus auch Gebührensenkungen von mehr als 50 Prozent für Länder wie Japan, Australien, Hongkong, Brasilien, Taiwan, Thailand, China, Singapur und Südkorea.

Vor der Gebührenerhöhungen hatten Telekomkonkurrenten die Entscheidung des Bonner Konzerns kritisiert. Statt die Gebühren für die Endkunden zu erhöhen, sollte ihrer Meinung nach der einstige Monopolist Vorleistungen für die Mitbewerber billiger machen. Die EU hatte die Deutsche Telekom aufgefordert, die Spanne zwischen den Gebühren, welche die Telekom ihren Konkurrenten für die Nutzung der Telefonkabel in Rechnung stellt, und den Gebühren und Tarifen für Endkunden zu vergrößern. Damit soll der freie Wettbewerb im Telefonmarkt verbessert werden.

Billiger Telefonieren

Für die Endverbraucher wird das Telefonieren also wahrscheinlich bald teurer - nachdem es zuletzt ein wenig billiger geworden ist. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag miteilte, fielen die Kosten für Telekommunikationsleistungen aus Sicht der Privathaushalte. Die Preise lagen demnach im Juni um 0,1 Prozent niedriger als im selben Monat des Vorjahres.

Die Anschluss- und Grundgebühren erhöhten sich dagegen um 1,8 Prozent, Ortsgespräche (minus 1,2 Prozent) und Auslandsgespräche (minus 1,3 Prozent) waren dagegen billiger. Ferngespräche im Inland lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Günstiger wurde es auch für Nutzer von Mobiltelefonen. Hier sank der Preis um 0,9 Prozent im Vergleich zum Juni 2002.