Bertelsmann BMG und AOL im Duett

Die Gütersloher könnten schon bald gemeinsam mit AOL Time Warner singen. Die Verhandlungen über die Zusammenlegung der Musiksparten sollen weit fortgeschritten sein. Nur noch Details sind angeblich zu klären.

New York - Bertelsmann und AOL Time Warner  arbeiten offenbar mit Hochdruck an einer Lösung für ihre Musiksparten. Die Bertelsmann Music Group (BMG) und Warner Music sind von der Krise des Musikmarktes betroffen, seit Jahren gehen die Umsätze zurück. Schuld an der Misere sind auch Millionen von Raubkopien und der kometenhafte Aufstieg von Internettauschbörsen.

Die beiden Konzerne sollen sich nun bereits in der Endphase der Verhandlungen befinden. Der "Financial Times Deutschland" zufolge haben sich die Manager der beiden Konzerne in dieser Woche in New York getroffen, um das weitere Vorgehen für die letzten noch offenen Detailfragen zu klären. Die Zeitung beruft sich dabei auf das Umfeld von AOL Time Warner.

Bei den Gesprächen geht es offenbar um ein Joint Venture, an dem beide Konzerne jeweils mit 50 Prozent beteiligt wären. BMG und Warner Music zusammen kämen auf einen Umsatz von etwa sechs Milliarden Dollar. Zu den Künstlern, die Warner Music unter Vertrag hat, gehören zum Beispiel Madonna, die Red Hot Chili Peppers und Craig David. Für BMG singen Avril Lavigne, Britney Spears und Whitney Houston. Beide Konzerne kommentierten den Bericht nicht.

Den möglichen Zusammenschluss der beiden Musiksparten bewerten Branchenkenner allerdings skeptisch. Probleme dürften vor allem durch die Kartellämter in den USA und Europa entstehen. Schon einmal wurde die Fusion von BMG mit dem britischen Musikkonzern EMI  aus Wettbewerbsgründen untersagt. Doch in den Medienkonzerne herrscht offensichtlich die Hoffnung, dass die Kartellwächter angesichts der schwierigen Marktlage und des Konsolidierungsdrucks nun gnädiger gestimmt sein könnten.