Dienstag, 22. Oktober 2019

Bertelsmann Abschied von Barnes & Noble.com

Die Gütersloher gehen von Bord. Der Medienkonzern verkauft nun auch seine restlichen Anteile an dem US-Internethändler Barnes & Noble.com.

New York - Der Medienkonzern Bertelsmann zieht sich aus seinem Internetengagement mit der weltgrößten US-Buchhandelskette Barnes & Noble zurück. Der Schritt war von Branchenkennern erwartet worden, nachdem sich der Gütersloher Konzern von seinem Internetbuchhändler BOL getrennt und auch seinen Anteil an dem amerikanischen Onlinehändler bereits im Vorfeld reduziert hatte.

Barnes&Noble.com: Ein angekündigter Abschied
Barnes&Noble habe sich mit der DirectGroup Bertelsmann geeinigt, die restlichen Anteile von Bertelsmann an Barnes & Noble.com für 164 Millionen Dollar zu übernehmen, teilte das US-Unternehmen am Dienstag in New York mit. Bertelsmann beziffert den Anteil 36,8 Prozent.

Der deutsche Konzern war Ende 1998 mit dem US-Buchhändler die Partnerschaft eingegangen, sie kostete ihn rund 200 Millionen Dollar. Zuletzt meldete Barnes & Nobel.com, dass es einen operativen Gewinn schreibe. Barnes & Noble ist das weltweit größte Buchhandelsunternehmen mit 870 Läden, davon 630 Läden in den USA.

Der Verkauf der Anteile an Barnes & Noble.com geschehe im Einklang mit der Strategie der Bertelsmann DirectGroup, alle Geschäftsbereiche im elektronischen Handel aufzugeben und sich auf die weltweiten Buch- und Musik-Clubs zu konzentrieren, erklärte der Chef von DirectGroup, Ewald Walgenbach.

Die DirectGroup integriert Bertelsmanns weltweite Endkundengeschäfte für Medienprodukte. Im Geschäftsjahr 2002 erwirtschaftete die DirectGroup mit über 12.000 Mitarbeitern 2,7 Milliarden Euro.

Die Vereinbarung werde vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsratsgremien und der zuständigen Kartellbehörden innerhalb von 45 Tagen umgesetzt, hieß es weiter. Nach den Vereinbarungen zahlt Barnes&Noble Bertelsmann 2,80 Dollar je Aktie. Dies kommt einer Prämie von 37 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Barnes&Noble.com von 2,04 Dollar gleich.

Barnes&Noble teilte mit, die Transaktion werde voraussichtlich die Gewinnerwartung für das restliche Jahr 2003 um elf Cent pro Aktie verringern. Gleichwohl rechne das Unternehmen für 2003 und 2004 mit einem positiven Cashflow.

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