W-Lan AOL spannt drahtloses Netz

150 so genannte Hotspots, also drahtlose Internetzugänge hat AOL jetzt in 34 deutschen Städten eingerichtet. Damit springt der Onlinedienst auf den W-Lan-Zug auf und überholt die Konkurrenz von T-Online.

Es heißt, nicht die Musikindustrie bringe die meisten CDs unter das Volk, sondern AOL. Nun könnten wieder ein paar Werbedatenträger dazukommen, denn der Onlineprovider stattet ab sofort 150 Kneipen in 34 deutschen Städten mit so genannten W-Lan-Hotspots aus. Mit Hilfe des lokalen Funknetzes (W-Lan) können auch Laptop-Besitzer drahtlos surfen.

AOL-Mitglieder zahlen den Service, der zwischen 1,2 und 1,65 Cent pro Minute kostet, per Rechnung. Nicht-Mitglieder finden in den Cafés und Bars die kostenlose AOL-Zugangssoftware auf den bekannten CDs vor.

Mit diesem Service ist AOL Vorreiter in Deutschland. Hauptkonkurrent T-Online  verfügt noch nicht über ein ähnlich breites Netz an drahtlosen Internetzugängen. Zudem liegt der Preis des Bonner Unternehmens mit 15 Cent pro Minute deutlich höher.

W-Lan-Anbindungen erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit und werden in großem Stil in Flughäfen, Hotels und Bahnhöfen installiert - hauptsächlich von Telekommunikationsanbietern wie Vodafone oder der Deutschen Telekom.

Die Unternehmen investierten in W-Lan, als ob der Dotcom-Boom nie zusammengebrochen wäre, so ein Analyst bei Forrester Research. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Hotspots in Europa von derzeit 15.300 auf 39.000 im Jahr 2005 wachsen und bis 2008 werden weltweit rund 700 Millionen Menschen den drahtlosen Internetzugang nutzen.

Ob sich die Netzzugänge allerdings je rechnen werden, darüber herrscht noch Unsicherheit in der Branche. So wird in fünf Jahren mit einem monatlichen Umsatz in Höhe von gerade einmal 2,23 Euro pro Nutzer gerechnet.

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