ProSiebenSat1 Saban ruht nicht

Haim Saban, Permira – die zum Verkauf stehende Fernsehgruppe reizt die Investoren. Zwar haben die Banken eigentlich die Nase voll vom Gezerre um ProSiebenSat1. Doch zeigten sie sich den neuen Offerten nicht ganz abgeneigt.

München - Das Gerangel um ProSiebenSat1  geht weiter. Am Wochenende war bereits zu lesen, Haim Saban bemühe sich ein zweites Mal um die Sendergruppe aus dem Hause KirchMedia. An seiner Seite habe er Finanzinvestoren.

Nun meldet das "Handelsblatt", dass auch der Investor Permira auf den Geschmack gekommen sei. Permira ist neuer Besitzer des ehemaligen Kirch-Senders Premiere.

"Wir sind interessiert. Zusammen mit unserem Investment bei Premiere könnten sich viele Synergien ergeben", schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Bei den Gläubigerbanken des insolventen KirchMedia betrachtet man die Entwicklung mit Skepsis. Denn eigentlich wollten die Banken die Verhandlungen um ProSiebenSat1 erstmal einige Monate ruhen lassen. "Wenn es ein gutes Angebot gibt, werden wir uns das ansehen", heißt es aber nun doch in Bankenkreisen. Aber niemand im Gläubigerausschuss habe wirklich Lust auf "Rumgezerre wie beim letzten Mal".

Geplatztes Geschäft

Anfang Juni waren Saban und Insolvenzverwalter Michael Jaffe von dem drei Monate zuvor unterzeichneten Kaufvertrag zurückgetreten, nachdem es zwischen dem Investor und den beteiligten Banken zunehmend Meinungsverschiedenheiten gegeben hatte.

Für einen Verkauf besteht den Angaben zufolge kein Handlungsdruck. Nach dem gescheiterten Saban-Einstieg hatten sich die ProSieben-Mutter KirchMedia und die Gläubigerbanken zunächst vorgenommen, die TV-Familie eine Zeit lang allein zu betreiben, um Ruhe in den krisengeschüttelten Konzern zu bringen.

In Finanzkreisen wurde davon ausgegangen, dass KirchMedia-Vertreter in dieser Woche zu Gesprächen mit Saban-Vertretern zusammentreffen. Eher unwahrscheinlich sei jedoch, dass bereits ein neues Angebot des US-Medienunternehmers vorgelegt werde, wie mehrere Medien zuvor berichtet hatten. Ein Sprecher von KirchMedia lehnte eine Stellungnahme zu Sabans angeblichem neuen Angebot ab: "Wir kommentieren das nicht."