Otto Travelchannel wechselt Besitzer

Das Versandhaus übernimmt das Internetreisebüro Travelchannel.de. Der bisherige Mitgesellschafter Gruner+Jahr steigt dafür komplett aus.

Hamburg - Otto setzt auf das Internet. Der Versandhändler übernimmt das Internetreisebüro Travelchannel.de ganz. Bislang teilten sich der Hamburger Verlag Gruner + Jahr und das Versandhaus das Joint Venture. Das Verlagshaus hatte den Travelchannel.de 1999 gegründet, ein Jahr später stieg Otto mit 50 Prozent ein.

Doch die schnellen Gewinne ließen auf sich warten. Bisher - heißt es in Medienkreisen - sei das Angebot immer noch defizitär. Seit Monaten wird zudem spekuliert, dass sich Gruner+Jahr aus dem Travelchannel.de herausziehen könnte. In der Vergangenheit hatte der Verlag auch Internetangebote wie beispielsweise Kontorvision, den Computer- und Businesschannel eingestellt.

Harald Kratel, Geschäftsführer der G+J Electronic Media Sales, begründete den Ausstieg des Verlags damit, dass das Reiseportal unter den über 50 titelgebundenen Internetangeboten ein "Solitär" geblieben wäre.

Nun liegt Travelchannel.de ganz in den Händen der Otto Freizeit und Touristik GmbH. Otto wolle den E-Commerce-Bereich seiner touristischen Aktivitäten verstärken, heißt es. Gruner+Jahr, das viele der Inhalte lieferte, bleibe auch weiterhin Partner des Reisebüros.

"Wir werden diese erfolgreiche Entwicklung in der Zukunft fortsetzen", teilt Otto mit. Im Mai dieses Jahres wies das Internetunternehmen über sechs Millionen Page-Impressions aus. Zahlen über Umsatz oder Gewinn werden jedoch nicht veröffentlicht.

Für Otto spielt das Internet bereits eine wichtige Rolle als Vertriebskanal. Der Konzern gilt als größter Internethändler in Deutschland. Weltweit setzt das Versandhaus über das Internet über zwei Milliarden Euro um. Die Einzelgesellschaft Otto Hamburg macht mittlerweile 13,6 Prozent ihres Umsatzes via World Wide Web. Im Reisebereich betreibt Otto unter anderem auch die Website Travelocity.de, die auf Flugreisen spezialisiert ist.

Beide Konzerne teilten mit, dass für den Wechsel noch eine endgültige vertragliche Einigung unter Dach und Fach gebracht werden müsse. Auch das Kartellamt muss noch seine Zustimmung geben.

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