Microsoft US-Justiz rügt Softwareriesen

Bill Gates hat ein weiteres Problem: Nicht nur, dass er nicht weiß, wohin mit dem ganzen Barreserven, nun bemängeln die US-Justizbehörden auch, dass sich Microsoft nicht an die gerichtlich angeordneten Auflagen für einen fairen Wettbewerb halte.

Redmond - Nach Ansicht des Ministeriums und der Strafverfolgungsbehörden aus zehn Bundestaaten behindert Microsoft immer noch den freien Wettbewerb.

Die 2001 im Rahmen des Kartellstreit ausgehandelten Auflagen sehen unter anderem vor, dass die Codes der Microsoft-Serversoftware jedem Konkurrenten "zu einem annehmbaren und nicht diskriminierenden" Preis verkauft werden sollte.

Die gängigen Lizenzen von Microsoft entsprächen jedoch nicht diesen Anforderungen, geht aus einem für das zuständige Gericht erstellten Bericht der betroffenen Parteien hervor. Einer Umfrage unter 100 Konkurrenten zufolge, seien die Einblicke in die Software zu teuer. Außerdem soll es Ihnen nicht erlaubt sein, ebenfalls die freizugängliche Linux-Software zu verwenden.

Im November 2001 wurde ein Urteil aufgehoben, dass die Zerschlagung von Microsoft vorsah. Gleichzeitig wurde ein Anforderungskatalog für den Konzern aufgestellt, um zukünftige Wettbewerbsverletzungen zu verhindern. Nun wird sich die in diesem Fall zuständige Richterin Colleen Kollar-Kotelly am 24. Juli zusammen mit den Justizbehörden und Microsoft die Probleme beraten.