Deutsche Telekom Dreh an der Preisschraube

Der Telekomkonzern plant eine Anhebung der Grundgebühr. Anlass des Preisanstiegs ist eine umstrittene EU-Forderung, die zu hohen Einnahmeausfällen führt.

München - Die Deutsche Telekom  wird ihre Grundgebühren für 29 Millionen analoge Telefon-Festanschlüsse wahrscheinlich zum 1. September erhöhen. Eine Anhebung des derzeitigen Preises von 13,72 Euro sei wegen Vorgaben der EU unumgänglich, sagte ein Unternehmens-Sprecher am Samstag der dpa. Die Entscheidung über Termin und Höhe der Anhebung liege jedoch bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Am 10. Juli werde es dort ein Anhörungsverfahren geben.

Der "Focus" berichtet in seiner neuesten Ausgabe, die Telekom werde die Grundgebühr zum 1. September auf mehr als 15 Euro anheben. Auch die Einmalkosten für Neuanmeldungen und Ummeldungen sollen teurer werden, schreibt das Magazin unter Berufung auf Telekom-Festnetz-Chef Josef Brauner. Insgesamt sollen so nach "Focus"-Informationen 2,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Telekom-Kassen fließen.

Anlass des Preisanstiegs ist eine umstrittene EU-Forderung, nach der die Telekom ihre Grundgebühr nicht weiter subventionieren darf. Ein Defizit von 600 Millionen Euro müsse ausgeglichen werden, sagte der Unternehmenssprecher.

Derzeit lockt die Telekom mit günstigen, jedoch noch nicht genehmigten Optionstarifen. Neben dem bereits bestehenden AktivPlus-Tarif mit Gratistelefonaten an Sonn- und Feiertagen kann so etwa für einen Aufpreis von 1,61 Euro im Monat womöglich bald schon auch samstags ohne Gebühren telefoniert werden. Patrick von Braunmühl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen sieht das nur als Ablenkungsmanöver: "Sondertarife für wenige können nicht als Rechtfertigung dienen, den Basisanschluss aller Verbraucher zu erhöhen."

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.