Sony Ericsson Rückzug aus Nordamerika

Das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen spart auch dieses Jahr nicht mit negativen Schlagzeilen - und heizt damit die Gerüchteküche an. Wie lange gibt es das Joint Venture noch?

Hamburg - Das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson zieht sich aus dem Mobilfunkmarkt Nordamerika zurück. Damit einhergehend werden 500 Stellen gestrichen, teilte das Gemeinschaftsunternehmen mit. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in München sowie in North Carolina werden geschlossen.

Diese Nachricht dürfte den Gerüchten wieder Nahrung geben, dass das Gemeinschaftsunternehmen auf mittlere Sicht zur Disposition stehen könnte. Erst vor kurzem musste das Joint Venture eine herbe Schlappe einstecken. Bei rückläufigen Verkaufszahlen kam das Gemeinschaftsunternehmen im ersten Quartal nur noch auf einen Marktanteil von 4,8 Prozent(Vorjahresquartal: 6,3) bei weltweit verkauften Handys.

Dass Sony Ericsson sich aus dem Mobilfunkmarkt Nordamerika zurückzieht, hängt wohl auch damit zusammen, dass sich das Joint Venture beim US-Standard CDMA nicht gegen Konkurrenten wie Samsung , Nokia  und Motorola  durchsetzen konnte.

IT-Abteilung abgegeben

Der schwedische Telekom-Ausstatter Ericsson  hat unterdessen nach eigenen Angaben mit IBM  einen Vorvertrag zum weltweiten IT-Outsourcing geschlossen.

Im dritten Quartal 2003 soll endgültig entschieden werden, ob Ericsson die gesamte Weiterentwicklung, Einrichtung und Wartung von IT-Anwendungen tatsächlich an Big Blue übergibt. Branchenbeobachter schätzen, dass etwa 1000 Mitarbeiter dann zu IBM wechseln würden. Finanzielle Details des geplanten Deals wollte keines der zwei beteiligten Unternehmen nennen.

Deutlicher Stellenabbau

Das IT-Outsourcing ist für Ericsson Bestandteil seiner Neuausrichtung der Unternehmensbereiche, mit welcher der Konzern im laufenden Jahr wieder in die Gewinnzone kommen möchte. Einen ersten Schritt sind die Schweden bereits am 4. Juni gegangen, als sie einen Outsourcing-Vertrag über die IT-Infrastruktur mit Hewlett Packard  unterschrieben.

Ericsson hatte im April ein drastisches Sparprogramm angekündigt. Das mit chronisch hohen Verlusten kämpfende Unternehmen hatte die Streichung von zusätzlich 7000 Stellen verordnet. Der größte Systemlieferant der Welt, der einst mehr als 100.000 Leute beschäftigte, soll Ende 2004 damit nur noch 47.000 Mitarbeiter haben.

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