UMTS Hutchison und KPN streiten vor Gericht

Der Bruch zwischen den Gesellschaftern des Joint Ventures H3G ist tief. Steht das UMTS-Gemeinschaftsprojekt von Hutchison, KPN und NTT Docomo nun vor dem aus?

Hongkong - Der Streit zwischen den H3G-Teilhabern eskaliert. Was lange Zeit wie ein harmonisches Trio aussah, hat längst an Glanz verloren. Zum einen soll es bei den UMTS-Kunden nicht so vorangehen wie geplant, zum anderen streiten KPN  und Hutchinson Whampoa  wegen angeblicher Vertragsbrüche - inzwischen vor Gericht.

Das Hongkonger Unternehmen Hutchison kündigte an, KPN verklagen zu wollen. Der Vorwurf: Der niederländische Konzern habe seine anteilmäßigen Zahlungen an dem Gemeinschaftsunternehmen nicht geleistet.

Zum Hintergrund: H3G ist ein Joint Venture von Hutchison Whampoa (65 Prozent), NTT Docomo  (20 Prozent) und KPN (15 Prozent). Die drei Unternehmen wollen bei UMTS Vorreiter sein. In Großbritannien und Italien peilen sie bis Ende dieses Jahres jeweils eine Millionen Kunden an.

Vor einiger Zeit hatte das H3G-Management nun die Anteilseigner gebeten, eine Milliarde britische Pfund für den UMTS-Aufbau nachzuschießen. Während Hutchison und NTT Docomo 650 Millionen Pfund beziehungsweise 200 Millionen Pfund überwiesen, lehnt KPN die Zahlung von 150 Millionen Pfund ab.

Das niederländische Unternehmen will sich nämlich inzwischen am liebsten komplett aus dem UMTS-Joint-Venture zurückziehen. KPN forderte Hutchison auf, die Beteiligung zu kaufen. Doch wie am Donnerstag bekannt wurde, will das Hongkonger Unternehmen darauf nicht eingehen und wirft KPN weiter "schwere Vertragsbrüche " vor. Ist damit das Ende des einst ambitionierten Projekts eingeläutet?