Olympia-Fernsehrechte NBC sticht Rupert Murdoch aus

Rupert Murdoch und der Walt Disney-Konzern haben das Nachsehen. Die Olympischen Winterspiele 2010 und Sommerspiele 2012 überträgt der zum Mischkonzern General Electric gehörende TV-Kanal NBC.

Lausanne/Hamburg - Der US-Sender NBC erhält die amerikanischen Fernsehrechte für die Olympischen Winterspiele 2010 und die Sommerspiele 2012. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab dem Angebot des Networks über 2,201 Milliarden Dollar den Zuschlag.

Die zum US-Mischkonzern General Electric Co. (GE)  gehörende NBC, die bereits im Besitz der der olympischen Übertragungsrechte von 2000 bis 2008 gewesen war, setzte sich damit gegen die Mitbewerber ABC und Fox durch. Fox gehört zum australo-amerikanische Medienkonzern News Corp. , ABC News zur Walt Disney Co. .

Eine einstimmige Zustimmung für die Abmachung hatte sich IOC-Präsident Jacques Rogge zuvor bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern des Exekutivkomitees eingeholt. "Das beste Angebot hat gewonnen", sagte der Belgier. Der Abschluss hat die finanzielle Grundlage für das IOC ab 2008 gelegt.

Der Gesamtpreis setzt sich zusammen aus 2,001 Milliarden Dollar direkter Zahlungen für die Winterspiele 2010 (820 Millionen) und die Sommerspiele 2012 (1,181 Milliarden). Dazu kommen bis zu 200 Millionen Dollar, die General Electric ab 2005 in das TOP-Sponsorenprogramm des IOC zahlt.

Steigerung von 33 Prozent

Zum Gesamtpaket, mit dem General Electric die Mitbieter Walt Disney Compagny (ABC) und News Corp. (Fox) ausstach, gehört ein mehrere hundert Millionen Dollar teures Promotion-Programm zwischen den Spielen, Zahlungen von 12 Millionen Dollar für US-Olympia-Ausscheidungen und die Schaffung eines digitalen TV-Archivs für Olympische Spiele (10 Millionen Dollar).

Verglichen mit den 1,5 Milliarden Dollar für die Winterspiele 2006 in Turin (613 Millionen) und den Sommerspielen 2008 in Peking (894 Millionen) hat das IOC mit dem in Lausanne erzielten Abschluss bei den direkten Zahlungen eine Steigerung von 33 Prozent erreicht.

Bach nannte das "ein Signal" für die noch ausstehenden TV-Verhandlungen mit Europa und dem Rest der Welt. Die US-Rechte hatten bisher einen Gesamtanteil von etwa 60 Prozent an den Weltrechten. Über die Europäische Rundfunk-Union (EBU) muss Europa für die Spiele in Turin (135 Millionen) und Peking (443 Millionen) insgesamt 587 Millionen Dollar an das IOC bezahlen und nun wohl eine beträchtliche Preissteigerung in Kauf nehmen.

Seit Vergabe der TV-Rechte 1960 ist jetzt NBC bei 28 Sommer- und Winterspielen 13 Mal übertragender Sender und liegt damit deutlich vor ABC (10) und CBS (5). NBC hat seit 1988 in Seoul alle Sommerspiele übertragen. General Electric erwarb für seine Sendefamilie NBC, CNBC, Telemundo und Bravo auch die amerikanischen Rechte für Pay-TV, Pay-per-view und Kabel und kann zudem die Möglichkeiten des Internets ausschöpfen.