Constantin Film Streit beigelegt

Bernd Eichinger hat den totalen Machtverlust abwenden können. Sein Widersacher, das Schweizer Unternehmen Highlight Communications, darf allerdings zum Mehrheitsaktionär aufsteigen.

München - Der filmreife Krimi um die Aktionärsstreitigkeiten bei dem Münchener Filmproduktionsunternehmen Constantin  hat ein - vorläufiges - Ende gefunden. Wie Constantin ("Der Name der Rose", "Der Schuh des Manitu") und der Schweizer Großaktionär Highlight Communications  bekannt gaben, sei der Streit beigelegt. Beide hätten sich auf eine langfristige Strategie für das Unternehmen verständigt.

Die Lösung sieht wie folgt aus: Constantin-Gründer Bernd Eichinger und Highlight würden ihre Aktienpakete an Constantin bündeln und den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot von 4,50 Euro je Aktie machen. Den Kaufpreis trage aber allein der Schweizer Rechtehändler. Die Poolvereinbarung gelte bis Ende 2013. Highlight hatte eigentlich vorgehabt, nur 3,60 Euro pro Aktie zahlen, obwohl der Aktienkurs um die 4,40 Euro schwankte und der Eigenkapitalwert der Aktie mit fast sechs Euro weitaus höher ist.

Eichinger werde unabhängig von seinem künftigen Anteil eine Sperrminorität erhalten. Highlight dürfe zudem nicht mehr als 50,1 Prozent an Constantin halten und müsse alle darüber hinaus erworbenen Anteile über die Börse wieder verkaufen.

BaFin muss noch zustimmen

Die Constantin-Aktien wurden nach Angaben der Börse beim Stand von 4,18 Euro bis 14.15 Uhr von Handel ausgesetzt. Der Vereinbarung muss noch die Finanzaufsichtsbehörde BAFin zustimmen. Highlight hatte Ende April 16,4 Prozent an Constantin von der Münchener EM.TV  für 3,60 Euro je Aktie gekauft und ihren Anteil dadurch auf 41,4 Prozent aufgestockt.

Nach deutschem Aktienrecht muss Highlight nun den übrigen Aktionären ein Abfindungsangebot machen. Bei Constantin und Regisseur Eichinger, der 25,1 Prozent an dem Münchener Unternehmen hält, hatte das die Furcht vor der Kontrolle des Geschäfts durch Highlight ausgelöst.

Constantin-Chef Fred Kogel begrüßte die Poolvereinbarung. "Das darin vereinbarte Strategiepapier sichert die Fortsetzung der erfolgreichen Unternehmensentwicklung." Allerdings halte der Vorstand auch den erhöhten Angebotspreis noch nicht für angemessen. Highlight wollte den Aktionären eigentlich nicht wesentlich mehr als die an EM.TV gezahlten 3,60 Euro anbieten. "Die vom Vorstand in Erwägung gezogenen Alternativmaßnahmen werden nicht mehr weiterverfolgt", erklärte Kogel.

Ein Zugeständnis an Eichinger ist dass, Bernhard Burgener, Chef von Highlight, den Aufsichtsrat von Constantin verläßt. Highlight steht indes künftig das Recht zum Vorschlag von drei, Eichinger das Recht zum Vorschlag von zwei Aufsichtsratsmitgliedern bei Constantin zu. Das sechste Aufsichtsratsmitglied soll von Highlight und Eichinger gemeinsam vorgeschlagen werden.

Highlight ist mit dem Handel von Video- und Filmrechten groß geworden und besitzt über eine Tochter auch die weltweiten Rechte für die Fußball-Champions-League.

Constantin: Ergebnis leicht verbessert Constantin: Drehbuch mit positiver Wendung

Verwandte Artikel