ProSiebenSat1 BaFin verklagt

Der Großaktionär K-Capital Partners fährt alle Geschütze auf, um von Haim Saban ein Angebot für ein Aktienpaket an ProSiebenSat1 zu erhalten. Die Amerikaner setzen dabei auch die Finanzaufsicht BaFin unter Druck. Da die sich offenbar davon nicht beeindrucken lässt, hat der Investor gegen das Amt Klage eingereicht.

Hamburg - Eine weitere Posse im Kampf um ProSiebenSat1 : Der Großaktionär K-Capital Partners hat gegen die Finanzaufsicht BaFin Klage eingereicht. Sabine Reimer, Sprecherin der Behörde, bestätigte gegenüber manager-magazin.de einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland".

K-Capital Partners ist mit etwa acht Prozent an der Sendergruppe beteiligt. Die Bostener Kapitalgeber wollen erreichen, dass die Behörde die freien Aktionäre von ProSiebenSat1 im Fall Saban hinzuzieht.

Streitpunkt ist, dass der US-Milliardär Haim Saban, der ProSiebenSat1 übernehmen möchte, auf ein Pflichtangebot an die freien Aktionäre verzichten will. Nach dem deutschen Übernahmegesetz muss aber ein Investor, der mehr als 30 Prozent an einem Unternehmen übernimmt, auch den freien Aktionären ein entsprechendes Übernahmeangebot machen. Saban plant 36 Prozent der Aktien zu übernehmen, womit er 72 Prozent der Stimmrechte erhielte.

Saban beantragte bei der BaFin mittlerweile, ihm eine Ausnahmeregelung einzuräumen. K-Capital reichte seinerseits mehrere Anträge bei der BaFin ein, Akteneinsicht zu erhalten und zum Verfahren hinzugezogen zu werden. Doch die BaFin lehnte dies bislang ab. Sie handele ohnehin im öffentlichen Interesse, argumentierte das Amt. Zudem gebe es für die Aktionäre keine rechtliche Grundlage dafür, in die Verfahren miteinbezogen zu werden.

Saban will die BaFin davon überzeugen, dass er das Geld lieber in die Sendergruppe stecken will als in die restlichen Anteilseigner. Experten schätzen, ein Angebot an die freien Aktionäre könnte den Milliardär etwa 400 Millionen Euro kosten.

Ausnahmen gelten aber unter anderem im Erb- oder im Sanierungsfall. ProSiebenSat1 fuhr zwar zuletzt einen deutlichen Verlust ein. Ein Sanierungsfall sei die Gruppe aber nicht, betonte Vorstandschef Urs Rohner bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Nach Darstelung Sabans jedoch, könnte das Unternehmen zum Sanierungsfall werden, sollte er das Geld nicht in die Sendergruppe investieren können.

Ob die BaFin Sabans Wunsch nachkommt, ist bislang offen. Die Prüfung werde noch einige Wochen dauern, sagte Reimer.

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