DVD Programmierte Selbstzerstörung

Wer kennt dieses Ärgernis nicht: Man leiht eine DVD, verpasst den Rückgabetermin und muss saftig nachzahlen. Das - verspricht Disney - ist bald vorbei. Das Unternehmen hat eine DVD entwickelt, die sich nach zwei Tagen selbst zerstört.

New York - Es gibt Leute, die sammeln AOL-CDs: Ein dankbares Hobby, denn der Nachschub ist gesichert. Das US-Unternehmen bläst jeden Monat Abermillionen der Silberscheiben auf den Markt in der Hoffnung, mit den "x Stunden kostenlos Surfen"-Appetizern Kunden zu gewinnen.

Es gibt Leute, die halten das für ein echtes Umweltproblem - aber die ahnten auch noch nicht, was noch auf sie zukommen könnte. DVDs mit eingebautem Selbstzerstörungs-Mechanismus zum Beispiel. Mit Hilfe dieser "EZ-D" genannten DVDs will die Disney-Tochter Buena Vista Home Entertainment (BVHE) in Zukunft Filme vermieten und so eine Alternative zum reinen Verkauf von teuren DVDs ohne Verfallsdatum aufbauen. Dabei müssen die Vermieter keine eigene Infrastruktur für die Rückholung der vermieteten Filme einrichten.

Geht es nach den Plänen von Flexplay und BVHE, werden die Konsumenten ab August beim Einlegen einer Miet-DVD schon einmal vorsorglich die Titelmelodie von Mission Impossible summen können.

Das Ende der DVD kommt dabei allerdings eher unspektakulär zustande. Flexplay beschichtet die Unterseite der Silberscheiben mit einem speziellen Polykarbonat, das mit Sauerstoff reagiert und so eine für Laser undurchdringliche Schicht bildet. Innerhalb von 48 Stunden nach dem Entfernen der Verpackung wird so die EZ-D für einen DVD-Player unlesbar.

Danach geht die DVD ins Recycling oder auch nicht: Es soll ja auch Leute geben, die mit der Flut ausgedienter Silberscheiben ihren Partykeller tapezieren.

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