Siemens SBS unter Spardruck

Der IT-Dienstleister SBS geht weiter auf Sparkurs und korrigiert seine Gewinnprognose. Mit einem Aufschwung im IT-Sektor rechnet der SBS-Chef in diesem Jahr nicht mehr.

Siemens - Mit Konzentration und Kostensenkung will Siemens Business Services (SBS) die Branchenkrise durchschiffen. Ziel: Der IT-Dienstleister von Siemens  soll bis Herbst 2004 eine Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fünf bis sechs Prozent erreichen. Hehres Ziel, denn in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag die Marge nur bei 1,4 Prozent.

Auch wenn SBS damit nicht den Marktdurchschnitt (acht Prozent) trifft, der Lenker der IT-Sparte, Paul Stodden, gibt sich im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" optimistisch. SBS, ein Teil der unprofitablen Siemenssparte Information and Communications (I&C), befinde sich in wesentlich besserer Verfassung als noch im Dezember 2001.

Zu diesem Zeitpunkt übernahm Stodden sein Amt, sein Vorgänger Friedrich Fröschel musste gehen, der Verlust lag damals im dreistelligen Millionenbereich. Mittlerweile schreibt das Unternehmen Gewinn. "Wir haben die Probleme aus den Jahren 2000 und 2001 weitgehend aufgearbeitet", zitiert die Zeitung Stodden.

Umsatz schrumpft

SBS wird vorgeworfen, in der Vergangenheit verschiedene Projekte vermasselt zu haben. Das Unternehmen setzte im Jahr 2001 etwa 5,8 Milliarden Euro um. Für dieses Jahr rechnet Stodden mit rückläufigen Umsätzen und einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Vor wenigen Monaten äußerte sich der SBS-Vorstand noch anderes, da wurden steigende Gewinne prognostiziert. "Ich erwarte nicht, dass es schon 2003 wieder aufwärts geht", sagte Stodden. Selbst wenn sich die Konjunktur erholen sollte, werde die Nachfrage für IT-Dienstleistungen nicht gleich anspringen.

So will der SBS-Manager weiter sparen. Gekürzt werden soll bei den Gehältern der Mitarbeiter, Teilzeitmodelle und Sabaticcals sollen verstärkt angeboten werden. Wachstum erhofft sich Stodden aus den Bereichen Outscourcing und E-Government. Bisher stammt etwa eine Milliarde Euro Umsatz aus dem Geschäft mit Verwaltungen und Behörden.

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