Microsoft T-Mobile kündigt Bill Gates

Das hatte sich der Softwarekonzern sicherlich anders vorgestellt: Zusammen mit T-Mobile wollte das Unternehmen den Handymarkt erobern. Doch die Telekom-Tochter entschied sich überraschend gegen die Microsoft-Software.

Bonn - Der Softwarekonzern Microsoft  muss erneut eine Schlappe in Sachen Mobilfunk hinnehmen. Wieder hat sich ein Unternehmen von der Handysoftware der Softwareschmiede verabschiedet.

Am Donnerstag teilte T-Mobile in knappen Worten mit, dass man vom angekündigten Microsoft-Handy Abstand genommen habe. "Wir haben uns entschieden, das Produkt nicht zu vermarkten", sagte ein Sprecher. Das Projekt werde vorerst nicht weiter verfolgt. Gründe werden nicht genannt.

Microsoft hüllt sich derweil in Schweigen. Erst vor wenigen Monaten hatte der Konzern einen empfindlichen Dämpfer erlitten, als sich das britische Unternehmen Sendo gegen die Microsoft-Software entschied - und das, obwohl die Redmonder an dem Unternehmen beteiligt waren.

Sendos spektakuläre Wende

Nach Sendo nun also T-Mobile. Erst im Februar hatten Microsoft und die Telekom-Tochter ihre gemeinsame Partnerschaft erneut unterstrichen. Zusammen wollten sie ein Mobiltelefon mit umfangreichen Funktionen wie Kalender, E-Mail und Internetzugang auf den Markt bringen, hieß es.

Branchenkenner sagten, die Smartphone-Software weise grundlegende Probleme auf. Die geplante Markteinführung zum Sommer dieses Jahres hätte nicht eingehalten werden können. Hämisch tönten die Wettbewerber schon nach Sendos Wende, Microsoft fehle das nötige Know-how im Mobilfunk. Ihnen wird der Rückzug von T-Mobile neue Nahrung geben.

Microsoft-Gründer Bill Gates muss indes wohl oder übel der Konkurrenz den Vortritt lassen. Symbian und Nokia  sind bislang die ungeschlagenen Marktführer imSoftwaremarkt für Handys.

Aufgeben wird der verwöhnte Milliardär aber durch die neuerliche Absage sicherlich nicht. Die Kriegskasse ist prall gefüllt. Auch bestehen weitere Mobilfunk-Partnerschaften. So hieß es beispielsweise bei dem gemeinsamen Handy von Microsoft und Orange, dass das Gerät zunächst Softwarefehler aufwies. Diese seien aber mit einer neuen Softwareversion wieder behoben worden.

Aktientipps: Microsofts Leid ist Nokias Freud'

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