Donnerstag, 21. November 2019

Bertelsmann In den roten Zahlen

Der Medienkonzern rutscht in die Verlustzone. Im ersten Quartal weisen die Gütersloher einen operativen Verlust aus. Gleichzeitig meldet der Konzern den Verkauf von dem Internetbuchhändler BOL Niederlande.

Gütersloh - Der weltweit fünftgrößte Medienkonzern Bertelsmann hat ein schwaches erstes Quartal hinter sich. Vor allem wegen des schwierigen US-Geschäfts und des schwachen Dollars rutschte das Unternehmen operativ in die Verlustzone.

Bertelsmann: Die Gütersloher ziehen unter BOL einen Schlussstrich
Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) habe Bertelsmann in den ersten drei Monaten einen Verlust von 58 Millionen Euro verbucht, teilte der Konzern mit. Im Vorjahresquartal war es noch ein Gewinn von 20 Millionen Euro.

Nach Steuern lag der Verlust bei 399 Millionen Euro, belastet durch die Integrationskosten für das US-Musiklabel Zomba und Abschreibungen auf Firmenwerte. Der Umsatz fiel im ersten Quartal von 4,3 Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro.

Für das gesamte Jahr erwartet das Unternehmen aber weiterhin ein Ergebnis über Vorjahresniveau. "Die Ergebnisse entsprechen unseren Erwartungen und spiegeln die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wider", verlautbarte Finanzvorstand Siegfried Luther. "Wir gehen jedoch weiter davon aus, dass wir unsere Ziele für 2003 erreichen und unser operatives Geschäft konsequent stärken."

BOL Niederlande verkauft

Neben den Quartalszahlen wurde auch bekannt, dass Bertelsmann die niederländische Landesgesellschaft des Internetbuchhändlers BOL.com an den Weltbild-Verlag, die Kapitaltöchter von T-Online und die Holtzbrinck-Gruppe verkauft hat.

Die drei Investoren würden den größten Online-Buchhändler in den Niederlanden über eine gemeinsame Firma zu gleichen Teilen erwerben, teilten die Verlagsgruppe Weltbild, T-Online Venture Fund und die Holtzbrinck Networxs AG am Mittwoch mit.

Bertelsmann hatte sich bereits im vergangenen Jahr dazu entschlossen, in den Online-Buchhändler BOL nicht mehr weiter zu investieren. Das Unternehmen der Bertelsmann Direct Group hatte millionenschwere Verluste eingefahren. Die weltweiten Engagements wurden schließlich eingestellt oder verkauft.

Über den Kaufpreis der nun vorgenommenen Transaktion ist Stillschweigen vereinbart worden. Bol.com Niederlande verkauft Bücher, CDs und DVDs und hat den Angaben zufolge rund 850.000 Kunden. Daniel Ropers bleibe Geschäftsführer, hieß es.

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