Vodafone Handys für die 3. Welt

Was in Deutschland als Elektroschrott weggeworfen wird, soll fortan die Kommunikation in der Dritten Welt verbessern. Der Mobilfunkanbieter Vodafone wird eingesammelte Althandys demnächst an Entwicklungsländer weiterverkaufen.

Düsseldorf - Deutschlands zweitgrößter Mobilfunkbetreiber Vodafone  startet eine Recycling-Kampagne für gebrauchte Handys. Alte oder defekte Mobiltelefone können ab sofort kostenlos in Vodafone-Filialen abgegeben werden. Dort werden sie fachgerecht entsorgt.

Funktioniert das Handy noch, soll es jedoch nicht zerlegt, sondern verkauft werden. Ein mit der Aufgabe betrautes Recyclingunternehmen verkauft die Altgeräte für fünf bis 20 Euro in Entwicklungsländer.

Vodafone erwartet eine große Resonanz: Innerhalb von 100 Tagen sollen mindestens 100.000 Geräte eingesammelt werden. Ganz neu ist die Idee indes nicht. Das deutsch-britische Unternehmen XS Tronix sammelt bereits seit vergangenem Jahr in Supermärkten und Handy-Shops alte Telefone ein.

Für jedes abgegebene Alt-Handy werden fünf Euro an gemeinnützige Vereine wie "Off-Road-Kids" oder SOS-Kinderdörfer" gespendet. "Damit unterstreichen wir unser Engagement für Umwelt und Gesellschaft", sagte Vodafone-Chef Jürgen von Kuczkowski in einer Pressemitteilung.

Vodafone kommt damit der 2004 in Kraft tretenden WEEE-Verordnung (Waste Electric Electronical Equipment) der Europäischen Union zuvor. Danach ist jeder Hersteller verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen. Aufgrund der schnellen technischen Entwicklung haben Handys heute meist eine Lebensdauer von maximal 24 Monaten.

Experten gehen davon aus, dass derzeit nur die Hälfte der bis zu 130 Millionen Handys in Deutschland im Einsatz sind. Statistisch gibt es mittlerweile pro zugelassenem Handy etwa 1,2 Altgeräte. Diese ausrangierten Handys verursachen rund 5000 Tonnen schadstoffreichen Elektronikschrott pro Jahr.

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