Biometrie Bitte mal in den Spiegel schauen

Da lachen ja die Affen - Die wohl größte Anwendung der Biometrie-Technik findet in Hannover statt - im Zoo.

Hannover – Der Biometrie-Branche wurde - ausgelöst nicht zuletzt durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA - eine positive Zukunft vorausgesagt. Von einem Durchbruch der Technik kann aber noch keine Rede sein. Nun wird die die größte Biometrieanwendung in Europa gemeldet. Einsatzort ist der Zoo Hannover.

Ein biometrisches Zutrittskontrollsystem zur automatischen Gesichtserkennung am Zooeingang wird in der neuen Saison den zuverlässigen und schnellen Einlass der etwa 60.000 Besitzer einer Jahreskarte, der sogenannten "Zoo-Card", sicherstellen.

Am Drehkreuz sieht der Gast in einen Spiegel, wobei ein digitales Foto erstellt und gespeichert wird. Beim nächsten Besuch vergleicht der Computer die neuen Daten mit den vorliegenden und gibt bei Übereinstimmung den Eintritt frei. Nach fast zwei Jahren habe sich der Zoo Hannover von der Fingerprint-Technik verabschiedet. Diese habe bei kleinen Kindern und kalten Fingern zu oft versagt, hieß es. Das neue System stammt von den Bochumer Firmen ZN Vision Technologies AG und Bosch Sicherheitssysteme GmbH.

Pilotprojekt am Nürnberger Flughafen gescheitert

Das System wurde im November 2002 unter Realbedingungen am Zooeingang auf Herz und Nieren überprüft und erfüllte das strenge Anforderungsprofil in allen Punkten: ZN-Face stellt durch einen sekundenschnellen Vergleich zwischen dem "Live-Gesicht" der sich mit der Zoo-Card ausweisenden Person und einem Referenzbild die Nicht-Übertragbarkeit der ZooCard sicher.

Gescheitert hingegen ist ein anderes biometrisches Projekt. Das Pilotprojekt zur elektronischen Passbild-Prüfung von Reisenden am Nürnberger Flughafen wurde wieder eingestampft. "Derzeit leistet der Prototyp weniger als das geschulte Auge eines Polizisten", lautet die Begründung. Er werde den polizeilichen Anforderungen für den Echteinsatz nicht gerecht.

Das bundesweite Pilotvorhaben war im Juli gestartet worden. Im Verdachtsfall sollte der Computer das Passbild mit dem Gesicht des Einreisenden vergleichen. Probleme gab es, weil das Programm ideale Lichtbedingungen verlangt. Zudem konnte die Software nicht aus Fehlern lernen, weil der Datenschutz das Speichern von Bildern verbietet. Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass sich Biometriesysteme für Privatleute, etwa als Passwortersatz am PC, mit einfachen Mitteln wie Klebestreifen überlisten lassen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.