MMO2 Rückzug aus den Niederlanden

Der britische Mobilfunkanbieter hat es doch noch geschafft, seine niederländische Tochter zu verkaufen.

London - Der britische Mobilfunkanbieter MMO2 hat seine niederländische Sparte O2 Netherlands für 25 Millionen Euro in bar an die Investmentgesellschaft Greenfield Capital Partners verkauft. MMO2 zieht sich damit vom hart umkämpften niederländischen Mobilfunkmarkt mit fünf Wettbewerbern zurück. Marktführer ist KPN  mit fünf Millionen Kunden, danach folgt Vodafone  mit 3,1 Millionen Kunden.

Für MMO2, die sich 2001 von der British Telecom abspaltete, ist der Verkauf der Tochter wichtig, da diese mit ihren Verlusten die Konzernbilanz belastet. O2 Netherlands hatte im Geschäftsjahr bis zum 31. März einen Umsatz von 200 Millionen Pfund (293 Millionen Euro) und einen Verlust vor Sonderkosten in Höhe von 119 Millionen Pfund (174 Millionen Euro) erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigt 750 Menschen und hat 1,25 Millionen Kunden.

MMO2 hatte zunehmend Probleme bekommen, seine verlustträchtige niederländische Tochter zu verkaufen. Vodafone, T-Mobile und zuletzt auch die France-Telecom-Tochter Orange  hatten abgewunken.

In letzter Zeit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, MMO2 könnte sich mit dem niederländischen Telecom-Konzern KPN, zu dem auch E-Plus gehört, zusammenschließen. Entsprechende Gespräche hatten aber bisher zu keinem Ergebnis geführt.

O2 Niederlande gilt vor allem deshalb nicht als besonders lohnenswertes Objekt, da achtzig Prozent ihrer Kunden pre-paid-Kunden sind, also Kunden, die ihre Gespräche im voraus mittels Guthabenkarten bezahlen und so den Anbieter weniger einbringen als Vertragskunden. Weiteres Problem: Der Vertrieb der MMO2-Tochter läuft fast nur über die niederländische Post, das heißt, es ergeben sich keine Synergieeffekte für den potentiellen Käufer.

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