DSF Sonderpassagen für Klatten

Der Kaufhauskonzern KarstadtQuelle hat den Zuschlag für das Deutsche Sportfernsehen (DSF) erhalten. Auch EM.TV und der Schweizer Investor Hans-Dieter Cleven mischen künftig mit.

Hamburg - "Per Handschlag sind wir uns einig", hieß es am Freitagabend in den Verhandlungskreisen; das Kirch-Insolvenzmanagement verschickte zudem eine schriftliche Zusage an die Beteiligten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

Zunächst soll der defizitäre Sportsender an ein Tochterunternehmen von KarstadtQuelle  gehen, später wollen sich auch EM.TV  und der schweizerische Investor Hans-Dieter Cleven an einem gemeinsamen Konsortium beteiligen.

Neben DSF wird KarstadtQuelle aus der Masse der insolventen KirchMedia auch den Technik-Dienstleister Plazamedia sowie das Internet-Angebot Sport1 übernehmen – der Gesamtpreis liegt nach Angaben eines Insiders bei etwas mehr als 20 Millionen Euro. Mitte dieser Woche sollen die Verträge unterzeichnet werden.

Für EM.TV-Chef Werner Klatten finden sich darin Sonderpassagen: Sollte sich herausstellen, dass hinter seiner Finanzierung Leo Kirch oder dessen nahes Umfeld steht, muss er seine Anteile KarstadtQuelle andienen.

Verzögert hatten den Verkauf des Senders am Freitag massive Interventionen von Haim Saban. Der amerikanisch-israelische Milliardär, der mit ProSiebenSat.1  und der Filmbibliothek das Herzstück der ehemaligen Kirch-Gruppe übernimmt, drängte darauf, beim DSF noch eine Buchprüfung vornehmen zu können – auf diese weitere Verzögerung des Verkaufsprozesses wollte sich das Insolvenzmanagement aber offenbar nicht mehr einlassen.

ProSiebenSat1: Sabans missglückter Start

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