KPN Rigider Sparkurs ist vorbei

E-Plus sucht eigene Wege - eine Annäherung an O2 oder eine fusion hält der Mutterkonzern nicht für notwendig.

Hamburg - Der Chef der Mobilfunk-Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN  hält eine Fusion von E-Plus mit dem Konkurrenten O2 für nicht notwendig. "Ich schließe nichts für immer aus, aber wir planen, auf eigene Faust weiterzukommen", erklärte KPN-Mobile-Boss Guy Demuynck der "Financial Times Deutschland".

Auch der Chef der KPN-Tochter E-Plus, Uwe Bergheim, gab sich im Gespräch mit der Zeitung zuversichtlich, das angestrebte Ziel beim Marktanteil von 18 bis 20 Prozent aus eigener Kraft zu erreichen.

"Die Zeit rigiden Sparkurses sei vorbei, zitiert die Zeitung Demuynck. In den letzten 18 Monaten haben wir den Konzern formiert, die Bilanz in Ordnung gebracht, die Schulden deutlich reduziert." Jetzt könne das Unternehmen sich wieder verstärkt um Wachstum kümmern. "Wir haben unsere Schularbeiten gemacht. Jetzt haben wir eine Position der Stärke, um das Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren", unterstreicht Bergheim.

E-Plus hatte im vergangenen jahr deutlich an Kunden verloren im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt zählte das deutsche Unternehmen Ende 2002 7,2 Millionen Kunden und liegt damit hinter T-Mobile und Vodafone mit jeweils über 20 Millionen Kunden.

Gleichzeitig mit einem Kundenanstieg, müsse E-Plus aber auch auf die Profitabilität achten, so Demuynck. "Wir wollen wachsen, aber profitabel." Verrücktheiten - wie auf ungebremstes Wachstum zu setzen - werde der Konzern nicht mehr nachgehen. Für das Wachstum eine wichtige Rolle spiele der mobile Dienst i-mode. Zwar hat das Unternehmen die gewünschte Kundenzahl nicht erreicht, doch bringe ein i-mode-Kunde immerhin einen monatlichen Durchschnittsumsatz von sechs bis acht Euro. Bis Ende 2003 will KPN eine Millionen i-mode-Kunden erreichen. Ende 2002 waren es gerade mal 240.000. Größter Markt für i-mode ist Deutschland.

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