Suse Linux Angriff auf Windows

Der Linux-Spezialist wird in den USA einen PC mit dem Betriebssystem Linux anbieten. Damit nimmt der Angriff auf Microsoft weiter zu. Auch Stadtverwaltungen verabschieden sich von Microsofts Betriebssystem und steigen auf Linux um.

Nürnberg - Der Linux-Spezialist Suse wird in den USA einen PC mit dem Betriebssystem Linux anbieten. "Wir rechnen mit einem Verkaufsstart Mitte April", sagte US-Chef Holger Dyroff der "Financial Times Deutschland".

Damit beteiligt sich Suse direkt am Angriff auf das Windows-Monopol von Microsoft . Im Markt für Server wächst Linux bereits deutlich schneller als Windows. Auf Arbeitsplatz-Rechnern dominiert allerdings Microsofts Betriebssystem weiterhin mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent.

Suse ist derzeit der einzige Anbieter, der in den USA einen auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnittenen PC mit Linux anbietet. Weltmarktführer Dell  hatte im Sommer 2001 ein ähnliches Angebot wegen mangelnder Nachfrage gestoppt. Unklar bleibt, wer der Hersteller des Gerätes mit dem Betriebssystem Linux ist. Dazu wollte sich Dyroff nicht äußern.

Kosten soll der PC um die 250 Dollar, also rund 50 Dollar mehr als die Linux-Rechner für den Verbrauchermarkt, wie sie der kalifornische Linux-Distributor Lindows über die US-Einzelhandelskette Wal-Mart verkauft.

Suse bietet bereits seit Jahresbeginn eine Linux-Distribution an, mit deren Hilfe sich Programme wie Excel und Word ohne Windows betreiben lassen, und die auch in Unternehmen eingesetzt wird. "In einer großen Investmentbank an der Wall Street haben wir bereits 400 Arbeitsplätze mit Suse-Linux ausgestattet, das ist ein Anfang", sagte Dyroff. Suse rechnet damit, in diesem Jahr bei einem Umsatz zwischen 48 und 52 Millionen Euro schwarze Zahlen zu schreiben.

Am wichtigsten bleibt laut Dyroff der Markt für Server in Unternehmen. In zweiter Linie würde Suse gerne bei Desktop-Rechnern Marktanteile erobern. Dyroff ist überzeugt, dass Unternehmen, die bereits bei Servern auf Linux umgestiegen sind, auch Wechsel auf den Arbeitsplatz-Rechnern anstreben werden. In dem Segment liegt Linux mit zwei Prozent derzeit noch hinter Apple .

Schwäbisch Hall steigt auf Linux um

Es sind aber nicht mehr nur Privatpersonen oder Unternehmen, die Microsoft den Rücken kehren. Es kommen jetzt auch Stadtverwaltungen hinzu. Die Stadt Schwäbisch Hall erklärte, sich vollständig von Microsoft und Windows zu verabschieden. Dabei handelte es sich nicht etwa um eine neue Version von Microsoft Word, sondern um die komplette Umstellung auf das quelloffene Betriebssystem Linux und das Büropaket Open Office. Neben dem Bürgermeister sollen mit Hilfe von IBM  bis 2004 sämtliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit diesen Systemen arbeiten.

Der Grund für den Schritt liegt in der finanziellen Situation der Stadt. Schwäbisch Hall hatte im vergangenen Jahr bei den Gewerbesteuereinnahmen ein Minus von 60 Millionen Euro zu verzeichnen, damit fehlten plötzlich 50 Prozent des Haushalts. Dieses Loch wäre noch größer geworden, wenn man auf das neue Software-Lizenzsystem umgestellt hätte, das Microsoft im Sommer eingeführt hatte. Da im Dezember der Austausch von zwei Servern anstand, wurde die Gelegenheit genutzt, um sich ganz von den Microsoft Programmen zu verabschieden.

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