FAZ Verlag Ausverkauf

Bei den Buchverlagen hat das Frankfurter Medienhaus aufgegeben, sie derzeit verkaufen zu können. Bei dem Buchhändler Buch Habel hatte das Unternehmen mehr Glück.

Frankfurt/Main – Sind Qualitätszeitungen demnächst nur noch ein Anhängsel oder droht sogar der Zusammenbruch der Kultur einer ganzen Zeitungslandschaft? Weit gehen die Spekulationen auseinander, wohin die Krise der Medienbranche einmal führen wird. Nur eines scheint sicher, die Krise ist noch nicht vorbei.

In der vergangenen Woche schloss die "Süddeutsche Zeitung" ihre Nordrhein-Westfalen-Ausgabe, bei der "Frankfurter Rundschau" stehen weitere Kürzungen an. Derweil schreitet die Konzentration besonders im Regionalzeitungsmarkt voran. Plötzlich kooperieren Verlage, die sich vorher engagiert bekämpften.

Die Krise nimmt bei einigen Verlagen existentielle Ausmaße an. Mit Notverkäufen versuchen die Unternehmen, sich zu retten, aufs Kerngeschäft wollen sie sich konzentrieren. Beim Süddeutschen Verlag stehen Objekte aus dem Fachverlagsbereich zum Verkauf, die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" versuchte ihre Buchverlage zu verkaufen. Günstige Zeiten für finanzkräftige Medienunternehmen, die Objekte sind teils zum Schnäppchenpreis zu erhalten. Doch die Suche nach Käufern erweist sich als schwer, über Monate dauern die Verkaufsverhandlungen.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldet nun einen Verkaufserfolg. Auch sie hatte im vergangenen Jahr erklärt, sich radikal von "Randbereichen" des Zeitungsgeschäfts trennen zu wollen. Der Verlag habe seine Beteiligung an dem Buchhändler Buch Habel verkauft, hieß es nun.

Die Anteile seien mit Wirkung zum 1. Januar 2003 an den Mitgesellschafter A. Seydel in Darmstadt gegangen. Seydel sei damit wieder alleiniger Gesellschafter. Wie groß die FAZ-Beteiligung war und für welchen Preis die Anteile an den neuen Allenbesitzer gingen, wurde nicht mitgeteilt. Buch Habel ist mit Buchhandlungen in Städten wie Darmstadt, Mainz, Viernheim oder Erfurt vertreten.

Aufgegeben hat der Verlag derweil seine Pläne die Buchverlage zu verkaufen. Es sei richtig, dass das Unternehmen durch das augenblickliche Umfeld gezwungen sei, zu überlegen, vom Verkauf Abstand zu nehmen, ließ das der FAZ-Verlag Ende Februar verkünden. Ursprünglich wolle das Medienunternehmen den Verlag DVA, Kösel und Manesse verkaufen. Doch es hatte sich offensichtlich kein Käufer gefunden, der die Preisvorstellungen der FAZ-Gruppe erfüllen konnte.