Kirch-Affäre Geheimvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund

Hinter dem Rücken der Liga soll auch der DFB Geld vom Kirch-Medienimperium erhalten haben.

Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) soll nach Informationen des "Spiegel" ebenso wie der FC Bayer München einen Geheimvertrag mit dem Medienimperium von Leo Kirch geschlossen haben. "Auf Basis einer bislang unbekannten Vereinbarung vom 21.Mai 1992 zwischen der Rechteagentur ISPR, an der Kirch zu 51 Prozent beteiligt war, und der DFB-Tochterfirma Wirtschaftsdienste GmbH flossen bis zum Sommer 1997 für Videorechte an der Bundesliga fünf Jahre lang insgesamt zehn Millionen Mark an die Wirtschaftsdienste", berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuesten Ausgabe.

Einem Kirch-Vertrauten zufolge handelte es sich bei dem Deal um "eine Scheinkonstruktion, von der die Vereine nichts wussten", so der "Spiegel". Dieselben Rechte seien bereits im Hauptvertrag zwischen der ISPR und dem DFB geregelt worden. Für den DFB habe Wilfried Straub, damals Geschäftsführer der Wirtschaftsdienste und jetzt Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) das Papier unterzeichnet.

Kurz zuvor habe die ISPR vom DFB erstmals den Zuschlag für die Bundesliga-TV-Rechte erhalten - zum Preis von 700 Millionen Mark. "Selbstverständlich inklusive der Videorechte. Diese Zugabe war fällig, damit nicht nur die Clubs auf ihre Kosten kamen, sondern auch der DFB", wird ein namentlich nicht genannter "ISPR-Manager" vom "Spiegel" zitiert. Straub habe die Vereinbarung mit der ISPR als "rechtens" bezeichnet.

Wie manager-magazin kürzlich aufdeckte, hatte der deutsche Rekord-Fußballmeister FC Bayern München auf Grund eines Geheimvertrags mit der Kirch-Gruppe für die Spielzeiten 2000/2001 und 2001/2002 insgesamt rund 40 Millionen Mark von dem Medienkonzern erhalten. Andere Vereine gingen dagegen leer aus.

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