Mobilfunk Mobile Welten

Microsoft will sein Smartphone vorantreiben, Hersteller präsentieren ihre UMTS-Handys, die Bundesregierung wünscht den Netzbetreibern viel Erfolg mit dem dritten Mobilfunkstandard und der Verband Eco startet eine Initiative für W-LAN: Neues von der Cebit.

Hannover - Freie Parkplätze, wenig Gedränge, luftige Hallen – die Cebit – so die erste Zwischenbilanz – zieht deutlich weniger Besucher an, als in den Jahren vorher. Die Konsumflaute schlägt offenbar auch hier durch. Die Hannover-Messe hofft aber, dass es insgesamt nur 10 Prozent weniger sind als im vergangenen Jahr, rechnet also mit rund 600.000 Besuchern.

Die sollen natürlich auch etwas zu sehen bekommen. Auf der Messe haben zum Beispiel verschiedene Hersteller ihre ersten UMTS-Handys vorgestellt. Wie zum Beispiel Samsung. Das SGH-Z100 soll aber erst im dritten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen. Daneben präsentiert das Unternehmen auch seine Kamerahandys wie das SGH V-200. Auch Motorola  hat sein UMTS-Handy A 835 vorgestellt. Allgemein ist die Grundstimmung gut. UMTS wird kommen, daran wird auch jegliche Installation von W-LAN-Zugängen nichts ändern. Nur wie erfolgreich der dritte Mobilfunkstandard sein wird, bleibt weiter offen.

Gleitender Übergang

Doch nicht nur die Hersteller und Netzbetreiber, die etliche Milliarden Euro in die UMTS-Lizenzen investierten, hoffen auf den Durchbruch. Auch die Bundesregierung hofft auf einen großen Erfolg. Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke sagte, "Ich wünsche mir einen enormen Erfolg, weil UMTS die Welt verändern wird." Die Bundesregierung gehe von einem pünktlichen Start aus. Bis Ende 2003 müssen die Netzbetreiber 25 Prozent der Bevölkerung mit dem dritten Mobilfunkstandard versorgen können.

Doch bis dahin müssen wohl auch noch die letzten technischen Hürden genommen werden. Das sieht auch Matthias Kurt, Chef der Regulierungsbehörde für Post dun Telekommunikation so: Es gebe offenbar noch beim Übergang zwischen UMTS und GSM gewisse Probleme. Aber er gehe davon aus, dass diese "Kinderkrankheiten" schon bald ausgemerzt seien, sagte Kurth. Alle Betreiber rechneten mit einem gleitenden Übergang von dem derzeitigen Mobilfunkstandard GSM zur dritten Generation.

Microsoft scharrt mit den Hufen

Derweil schrauben die Handyhersteller und Netzbetreiber weiter an zukunftsfähigen Geräten und Konzepten. Auch Microsoft  versucht sich im Mobilfunkmarkt. Mit dem Smartphone will das Unternehmen seine Vision der mobilen Vernetzung vorantreiben.

Nach einigen Rückschlägen gibt sich der Konzern aber optimistisch. "Wir sprechen mit allen wichtigen Netzbetreibern", sagte Marketing-Direktor Robbie Wright auf der Cebit. Analysten erwarten jedoch kaum, dass die Betreiber in erster Linie auf Microsoft bauen. Vermutlich werde das System Marktanteile gewinnen, eine Dominanz wie beim PC sei aber unwahrscheinlich. Das System von Microsoft sei eine Alternative zur Symbian-Software, die von einem Konsortium um Nokia  und Motorola entwickelt wurde.

So sieht sich O2 als "neutraler Beobachter": Man behalte die Entwicklung im Auge. "Die Frage nach dem Betriebssystem ist für uns zweitrangig", sagt auch Vodafone  -Sprecher Jens Kürten. Derzeit laufe kein Vodafone-Handy mit Microsoft. Entscheidend sei die Benutzerführung. Es sei aber nicht auszuschließen, dass das Unternehmen mit Microsoft zusammenarbeiten werde.

Wifi-Initiative für einheitliche Standards

Doch neben GPRS und UMST machen vor allem die lokalen Funknetze derzeit Karriere. W-LAN- oder Wifi-Standorte (Hotspots) werden aller Orten aufgebaut. Auch Netzwerkausrüster Cisco Systems  hofft davon ordentlich zu profitieren.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco will aber zunächst einmal die Kräfte der Marktteilnehmer bündeln. Unter dem Namen "Greenspot" hat der Verband die Initiative für den Ausbau mobiler Internetzugänge über den Funkstandard Wi-Fi am Freitag auf der Cebit vorgestellt.

"Künftig wird sowohl die Bandbreite als auch die Anwendung entscheiden, ob man für die drahtlose Übertragung UMTS oder Wireless LAN nutzen wird", sagte Geschäftsführer Harald Summa. Das Greenspot-Netz soll bereits zum Start bis zu 140 Mal schneller sein als UMTS.

Der Verband will dabei als nicht-kommerzielle Instanz dafür sorgen, dass die Gebührenabrechnung für Internetprovider und Hotspot-Betreiber vereinheitlicht werden. Das Konzept sei vergleichbar zum Kreditkartengeschäft, sagte Summa.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.