Konsolen Das japanisch-amerikanische Gefecht

Microsoft will Marktführer Sony vom Thron stoßen - nun auch im virtuellen Spieleparadies. Die listigen Japaner schauen allerdings nicht tatenlos zu, sondern verlagern ihre Produktion in ein Niedriglohnland.

Hannover – Der Konsolen-Krieg zwischen dem Softwarekonzern Microsoft  und dem japanischen Elektronikkonzern Sony  geht in eine neue Runde. Um Marktanteile wird jetzt im Internet gerungen.

Die Gates-Company hat auf der Cebit ihren Online-Spieledienst "Xbox Live" gestartet - der nun in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern erwerbbar ist. Xbox-Besitzer mit Breitband-Internetzugang können im Internet gegeneinander antreten und sich über ein Headset unterhalten.

Microsoft hofft, mit der neuen Online-Plattform der Playstation2 des Marktführers und Hauptkonkurrenten Sony Marktanteile abzuringen. Sony will die Testphase seiner Online-Plattform am 24. März starten, im Sommer soll in Deutschland im Sommer starten.

In den USA hat Sony seit dem Start des Dienstes Anfang diesen Jahres nach eigenen Angaben bereits 600.000 Netzwerkadapter für die Playstation2 verkauft. "Das ist im Vergleich zur Konkurrenz fast das Doppelte", sagte Guido Alt, Pressesprecher von Sony Computer Entertainment auf der Cebit. Der amerikanische Konkurrent hatte kürzlich die Zahl seiner Xbox Live-Nutzer mit 350.000 Abonnenten angegeben.

Auch wenn Microsoft bislang große Mühen auf sich genommen hat: Bisher ist es dem US-Konzern nicht gelungen, Sony vom Thron im lukrativen Konsolen-Markt zu stoßen. Das soll sich nun ändern. Dafür investiert der Softwareriese in den nächsten fünf Jahren zwei Milliarden Dollar.

Aber auch Sony bleibt nicht tatenlos. Der japanische Elektronikkonzern hat angekündigt, die gesamte Produktion seiner Playstation2 nach Taiwan zu verlagern, bislang waren es fünfzig Prozent. Wie viel Geld der Konzern durch niedrigere Preise für die Arbeit und Beschaffung in Taiwan spart, wurde nicht mitgeteilt.

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