Terra Lycos Ein sattes Minus

Die Telefonica-Beteiligung sitzt tief in den roten Zahlen. 2002 verbuchte das Unternehmen einen Rekordverlust.

Madrid - Der spanische Internetkonzern Terra Lycos  weist einen Milliardenverlust aus. Wie die Telefonica-Beteiligung mitteilte, betrug der Verlust für das Jahr 2002 zwei Milliarden Euro. Grund für den hohen Fehlbetrag waren Abschreibungen. So habe Terra Lycos im vergangenen Jahr Rückstellungen in Höhe von 1,43 Milliarden Euro gebildet. Der Hauptteil der Bilanzbereinigung entfalle dabei auf Lycos.

Das spanische Unternehmen hatte im Jahr 2000 die US-Internetfirma Lycos übernommen. Seit dem die Börsenblase geplatzt ist, hat der Wert von Lycos jedoch rapide abgenommen. Mittlerweile machen immer wieder Gerüchte die Runde, Terra Lycos wolle sich von der US-Firma wieder trennen, was aber die Leitung des spanischen Unternehmens dementiert. Gleiches gilt für Spekulationen, Telefonica  wolle das Unternehmen wieder zurückkaufen. Zurzeit hält das Telekomunternehmen 38 Prozent an Terra Lycos.

Die Internetfirma teilte weiter mit, dass nicht nur für Lycos Wertbereinigungen vorgenommen wurden, sondern auch für mehrere Töchter in Lateinamerika. Analysten begrüßten die Maßnahmen. Terra Lycos komme nun der Marktkapitalisierung von 3,1 Milliarden Euro näher.

Beim operativen Geschäft konnte Terra Lycos allerdings nicht glänzen. Anders als T-Online oder Tiscali konnte das Unternehmen noch nicht einen Ebitda-Gewinn ausweisen. Das Internetunternehmen ist weiterhin im den roten Zahlen. Ohne Sonderposten hätte der Nettoverlust bei 423 Millionen Euro – was aber immerhin ein Viertel weniger war als noch im Jahr zuvor. Auf Ebitda-Basis wies das Unternehmen ein Minus von 120 Millionen Euro aus. Im Vorjahr war es noch doppelt so viel.

Terra Lycos will auch künftig weiter an der Kostenschraube drehen. Vor wenigen Tagen kündigte das Unternehmen an, rund 20 Prozent der Stellen zu streichen. Negativ wurde an der Börse bewertet, dass Bertelsmann sich aus einem Werbe- und Contentvertrag in Höhe von rund einer Milliarde Euro zurückgezogen hatte. Gleichzeitig teilte Terra Lycos aber mit, dass es zum zentralen Onlineportal für den Konzern Telefonica und dort dessen Angebote vermarkten werde.

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