Premiere Tief in der Verlustzone

Der Münchener Bezahlsender steckt trotz erster Erfolge weiter tief in den roten Zahlen. Senderchef Georg Kofler zeigt sich dennoch äußerst zufrieden.

München - Der Bezahlsender Premiere hat im vergangenen Jahr noch immer einen hohen Verlust ausgewiesen. Doch für Premiere-Chef Georg Kofler ist das kein Grund Trübsal zu blasen, denn der Fehlbetrag sank um gut die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch, das Minus ist immer noch gewaltig: Von etwa 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2001 sank der Verlust 2002 auf 533 Millionen Euro.

"Premiere ist klar auf dem Weg in die schwarzen Zahlen", tönt Kofler nun. Es bleibe das Ziel bestehen, 2004 in die Gewinnzone zu kommen. Trotz des schwierigen Konsumklimas habe Premiere einen Wachstumskurs eingeschlagen, lobt Kofler die Entwicklung des Senders.

So ist der Umsatz im vierten Quartal auch um 48 Prozent auf 247 Millionen Euro gestiegen. Grund dafür seien das Kundenwachstum und der verstärkte Verkauf von Empfangs-Decodern, sagt der Chef des Pay-TV-Senders. Im Gesamtjahr erlöste Premiere 826 Millionen Euro – was allerdings nur noch ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Dennoch, unvergessen ist, dass die hohen Verluste von Premiere eine der Hauptursachen für den Zusammenbruch des Kirch-Konzerns waren. Im Zuge des Insolvenzverfahrens von Premiere-Gesellschafter KirchMedia wurde schließlich der Kirch-Anteil an die Investorengruppe Permira verkauft. Erst vor wenigen Tagen gab das Kartellamt grünes Licht. Künftig halten nun die Kapitalgeber 65 Prozent an Premiere. Weitere Gesellschafter sind die Gläubigerbanken mit insgesamt 23,5 Prozent sowie das Management um Kofler herum.

Nach dem Kirch-Niedergang schlug Kofler an der Spitze des Bezahlsenders einen strikten Sparkurs ein. Er senkte beispielsweise die Zahl der Mitarbeiter deutlich und verhandelte die Verträge mit den Hollywood-Filmstudios neu. Erste Früchte zeigen sich nun: Im vierten Quartal sank der operative Verlust von knapp 223 auf 61 Millionen Euro. Unter dem Strich stand aber im Schlussquartal auch wegen Restrukturierungskosten noch ein Verlust von 275 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr will Kofler nun den Umsatz weiter in die Höhe treiben. Vor allem die Kundenzahl soll steigen. So habe sich im vergangenen Jahr die Zahl der Abonnenten um knapp acht Prozent auf 2,6 Millionen Kunden verbessert, sagte der Chef. Für das laufende Jahr hofft Kofler auf weiteres stetiges Wachstum. Zuletzt habe Premiere im Januar netto 34.000 Kunden gewonnen, heißt es. Den größten Zuwachs erhofft sich der Manager aber vor allem im vierten Quartal. Bis Jahresende will der Sender 2,9 Millionen Abonnenten zählen. Mittelfristig ist dann geplant, den Sender an die Börse zu bringen.

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