Samstag, 24. August 2019

Scholz & Friends Neues Dach gesucht

Bei dem Mutternetzwerk Cordiant Communications stehen die Zeichen auf Sturm. Nun soll die deutsche Agentur verkauft werden. Ein Interessent ist schon gefunden: die weltweit größte Agenturholding WPP.

London – Der britische Werbe- und Marketing-Konzern Cordiant Communications Börsen-Chart zeigen steckt weiter in der Krise. Die Ertragslage lässt zu wünschen übrig. Das Werbenetzwerk steht Medienberichten zufolge mit 200 Millionen britischen Pfund bei den Banken in der Kreide. Nun soll die Holding in mehrere Unternehmensteile aufgebrochen werden.

Mit dem Verkauf einzelner Teile versuche der neu berufene Vorstand, die leeren Kassen zu füllen, schreibt die britische Zeitung "Sunday Telegraph". Nun stehe der Verkauf der deutschen Werbeagentur Scholz & Friends Börsen-Chart zeigen kurz bevor.

Ziel des neuen Cordiant-Chefs David Hearn sei es, das Unternehmen auf die als Kerngeschäft angesehene Bates Worldwide zu schrumpfen, heißt es. In Australien wurde bislang der erste Unternehmensbereich verkauft. Das Down-under-Geschäft ging für 100 Millionen Dollar an die Gesellschaft Pacific Equity Partners.

Als Interessent für Scholz & Friends hatte sich im vergangenen Jahr schon die Werbeholding WPP gemeldet. Zu WPP gehören Agenturen wie J. Walter Thompson, Ogilvy & Mather sowie Young & Rubicam. WPP-Chef Martin Sorrell hatte bereits im September 2002 gesagt, er habe sich bei Scholz & Friends gemeldet.

Ob die weltweit größte Werbeholding nun zum Zuge kommt, ist derzeit nicht bekannt. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass WPP nach wie vor an Scholz & Friends interessiert ist. "Wir kommentieren die Berichte nicht", sagt eine WPP-Sprecherin gegenüber manager-magazin.de. Auch bei Scholz & Friends gibt man sich bedeckt. "Kein Kommentar", lautet das offizielle Statement.

© manager magazin 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung