Diba "Man muss die Feste feiern"

Der niederländische Finanzkonzern ING ist auf Wachstumskurs. 12 Millionen Kunden will die Diba-Mutter einmal unter seinem Dach zählen. Doch zunächst steht erstmal die Integration des Onlinebrokers Entrium an.

Frankfurt – ING  einigte sich erst am Mittwoch mit dem italienischen Konzern Fineco über den Kauf des Internetbrokers Entrium. Der Kauf des Internetunternehmens hat sich für die Diba-Mutter ING gelohnt.

Mit Entrium wächst die Zahl der Diba-Kunden auf rund drei Millionen und wird damit die mit Abstand größte Direktbank Deutschlands. Zum Vergleich: Comdirect  kommt nur noch auf 622.000 Kunden, Consors  auf rund 600.000 und die DAB Bank  auf etwa 430.000.

ING verkündete nun am Donnerstag, dass der Konzern bis 2005 die Zahl seiner Kunden im Direktbankenbereich auf 12 Millionen verdoppeln wolle. Zudem werde die ING Direct "wahrscheinlich noch im ersten Halbjahr 2003" in einem neunten Land starten, sagte der Chef des Direktbankenbereichs, Hans Verkoren.

In Deutschland will ING durch die Verschmelzung der Tochter Allgemeine Deutsche Direktbank (Diba) mit dem Konkurrenten Entrium die Großbanken verstärkt im Privatkundengeschäft angreifen. Mit einer Bilanzsumme von fast 30 Milliarden Euro und rund drei Millionen Kunden werde das Institut zu einer "ernst zu nehmenden Konkurrenz", sagte der Diba-Vorstandsvorsitzende Bernhard Hafner am Donnerstag.

Günstige Gelegenheit

Ursprünglich hatte die Diba angekündigt, 2003 "den Fuß etwas vom Gaspedal" zu nehmen. Vorstandsvorsitzender Hafner sagte nun, dass die Bank aber die sich bietende Gelegenheit "einfach habe nutzen" wollen. "Nach dem Motto 'Feste soll man feiern, wie sie fallen' haben wir die Gelegenheit genutzt, Entrium zu kaufen", sagte Hafner.

Entrium stand seit Monaten zum Verkauf. Durch die Verschmelzung gebe es zahlreiche Möglichkeiten, Synergiepotenziale und Skaleneffekte vor allem beim Marketing und in der Vermögensverwaltung zu nutzen. Die jährlichen Einsparungseffekte bezifferte die Bank mit 50 Millionen Euro.

Mit der Verschmelzung wird sich die Zahl der Diba-Kunden mit einem Schlag um 50 Prozent erhöhen. Für jeden neu hinzugekommenen Kunden zahle die Bank "in etwa dasselbe" wie bisher für die Gewinnung eines Neukunden, sagte Hafner.

Betriebsbedingten Kündigungen soll es durch die Fusion der beiden Firmen nicht geben. Für beide Institute arbeiten derzeit fast 1.500 Mitarbeiter. Nach der Verschmelzung soll zudem der Name des Institutes geändert werden. Künftig werde auch in Deutschland dem Namen ING Rechnung getragen. Die Marke Diba werde dabei aber auch berücksichtigt, sagte Hafner, nannte aber keine weiteren Details.

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