Microsoft Nachwehen einer schmerzhaften Absage

Der Softwarekonzern streitet mit dem Handyhersteller Sendo vor Gericht. Die ehemaligen Partner haben sich gegenseitig verklagt.

Redmond – Der Streit zwischen Microsoft  und dem britischen Handyhersteller Sendo ist um ein Detail reicher. Nachdem Sendo den Gates-Konzern bereits wegen Diebstahls geistigen Eigentums in den USA anklagte, zieht dieser nun seinerseits alle Register und zerrt Sendo vor den Kadi.

Der Hintergrund: Das britische Unternehmen beschloss Anfang November, bei der Entwicklung von Mobilfunkgeräten die Zusammenarbeit mit Microsoft zu beenden. Auch die Softwarelizenz gab Sendo zurück.

Der britische Hersteller, an dem Microsoft eine Minderheitsbeteiligung hält, verpasste dem Unternehmen damit einen empfindlichen Schlag in seiner Mobilfunkstrategie. Der US-Konzern plante, groß ins Handygeschäft einzusteigen. Mit Sendos Absage ging ihm jedoch ein wertvoller (Vorzeige-)Partner verloren.

Die Briten wollten Ende 2002 ein Luxushandy herausbringen, das mit Microsofts Windows für Smartphones ausgestattet werden sollte. Der Termin wurde mehrmals verschoben, dann fiel die Entscheidung gegen die Redmonder.

Die Branche spekulierte, technische Mängel sowie die Dominanz des Gates-Unternehmen habe zum Bruch geführt. Sendo dementierte während der Entwicklung des Geräts stets Berichte über technische Schwierigkeiten, entschied sich letztendlich aber für Nokia .

Der Streit zwischen den einstigen Partnern landete schließlich vor Gericht. Sendo beschuldigte den Softwarekonzern, interne Informationen und Wissen abzuziehen und an Konkurrenten weiterzugeben. Der Vorwurf vor einem US-Gericht: Diebstahl geistigen Eigentums. Microsoft wies die Anschuldigungen zurück, blieb aber nicht untätig.

Der Konzern verklagte seinerseits Sendo, wie nun bekannt wurde. Der britische Handyhersteller habe Vertragbruch begangen, so der Vorwurf. Das "Wall Street Journal" berichtet, Microsoft werfe den Briten zudem vor, sich nicht an die Zeitpläne gehalten zu haben. Die Klageschrift, die Microsoft bei einem Gericht eingereicht hat, soll dem Bericht zufolge "versehentlich" als vertrauliches Schriftstück abgegeben worden sein.

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