Vodafone Kein Interesse am Festnetz mehr

Der Mobilfunkkonzern will möglicherweise seine japanische Tochter Japan Telecom verkaufen.

Tokio - Der britische Mobilfunkriese Vodafone  erwägt angeblich den Verkauf seiner japanischen Tochter Japan Telecom an die US-Investmentgesellschaft Ripplewood. Das Unternehmen bestätigte, dass Ripplewood und andere Gesellschaften hinsichtlich eines möglichen Kaufes des drittgrößten japanischen Festnetzanbieters an das Unternehmen herangetreten seien. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Vodafone hatte erst im Herbst 2001 für 1,4 Billionen Yen die Kontrolle über Japan Telecom und deren Mobilfunktochter J-Phone erworben. Später organisierte Vodafone die japanische Telekommunikationsgruppe unter Japan Telecom Holdings um. Wie es in Zeitungsberichten heißt, sei Vodafone nun nur noch an den Mobilfunkaktivitäten interessiert. Deshalb schaue sich der Konzern nach einem Käufer für das Festnetzgeschäft um.

Sollte das Geschäft mit Ripplewood zu Stande kommen, wäre es eine der größten Investitionen einer ausländischen Investmentgesellschaft in Japan. Medienberichten zufolge geht es um eine Größenordnung von 300 Milliarden Yen - das entspricht 2,3 Milliarden Euro.

Die nun als möglicher Käufer gehandelte Investmentgesellschaft Ripplewood Holdings hat bereits andere japanische Unternehmen aufgekauft, darunter 1999 das in Shinsei Bank umbenannte Finanzinstitut Long-Term Credit Bank of Japan. Mit der Übernahme von Japan Telecom würde Ripplewood in den stark umkämpften japanischen Telekommunikationsmarkt vorstoßen.

Vodafone zählt in 28 nationalen Märkten konzernweit 112,5 Millionen Kunden. Zwar kann der Konzern ein deutliches Wachstum bei der Kundenzahl verzeichnen, in Japan sanken aber im dritten Quartal (Ende Dezember) die monatlichen Ausgaben der J-Phone-Kunden um 4,4 Prozent. Derweil rechnete Vodafone damit, dass ein immer stärker wachsender Anteil der Einnahmen künftig aus dem Bereich Datenkommunikation stammen wird. Für das Jahr 2004 prognostiziert der Konzern schon einen Anteil von etwa 20 Prozent an den Gesamteinnahmen.

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