IT-Branche "2003 wird also noch sehr schwierig"

Der Verband Bitkom rechnet erst für 2004 mit einer spürbaren Erholung. Die IT-Branche könne sich nicht mehr von der Gesamtkonjunktur abkoppeln. Impulse erhofft sich der Verband von der CeBIT.

Hannover - "Wir haben in der Informations- und Telekommunikationsindustrie gerade eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte hinter uns gebracht", sagte der Bitkom-Vizepräsident Willi Berchtold nur wenige Wochen vor der Leitmesse CeBIT, die in diesem Jahr vom 12. bis 19. März stattfindet.

Eine positive Grundstimmung sei wichtig, auch angesichts der Irakkrise als zusätzlicher Belastung. "2003 wird also noch sehr schwierig, für 2004 sehen wir eine Erholung. Allerdings gehen wir aus heutiger Sicht auch da noch von einem bescheidenen einstelligen Wachstum aus", sagte Berchtold.

Hoffnung auf die CeBIT

Die ITK-Branche sei inzwischen eine Querschnittsindustrie geworden und könne sich weltweit nicht mehr von der Gesamtkonjunktur abkoppeln. "Wenn es bei der Automobilindustrie nicht mehr hochtourig läuft, hat das einen Nachfragerückgang nach unseren Produkten zur Folge." Und wenn die Banken in der Krise sparen, bedeute das auch Investitionskürzungen. "Das trifft unsere Branche direkt." Allerdings ließen sich Investitionen in Hochtechnologie nicht länger als ein bis zwei Jahre aussetzen und verschieben. "Sonst verliert man an Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit."

Von der CeBIT erhofft sich Berchtold wieder Aufbruchstimmung. "Sie war schon immer ein einzigartiger Impulsgeber für Innovationen und Investitionen." Dies gelte unter anderem für den Bereich UMTS. Dabei verwies der IT-Experte auf den "in diesem Ausmaß eigentlich unerwarteten Erfolg von SMS": "So lustig man das Versenden von Fotos finden mag, es ist eine attraktive Anwendung", sagte Berchtold.

Geschwindigkeit als Schlüssel

Der wahre Nutzen werde aber in der hohen Übertragungsgeschwindigkeit von Daten über mobile Geräte wie PDA oder Laptops liegen. "Wenn die schnelle Übertragung zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung gestellt wird, und daran zweifele ich nicht, gibt es einen großen Bedarf an mobilem, vernetztem Computing."

Bei der Optimierung von Produktions- und Logistikketten werden nach Meinung von Berchtold "lange gehegte Fantasien über die Möglichkeiten des Internets nun Realität". Ein Problem sei gewesen, dass das Internet unter dem zwischenzeitlich abgesackten Ruf der New Economy zu Unrecht mitgelitten habe.

Inzwischen gehöre E-Business zum Alltag. "Wir haben 2002 in Deutschland über das Internet mehr als 86 Milliarden Euro Umsatz gemacht, davon etwa 85 Prozent im Bereich Business zu Business (B2B), und zwar weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit."

E-Business ist Alltag

Auch der Endverbrauchermarkt sei angesprungen. 2002 seien in Deutschland 6,4 Milliarden Euro mit Internet- und Onlinediensten umgesetzt worden, 2003 würden mehr als 7 Milliarden Euro erwartet. "Das entspricht dem gesamten Volumen der Unterhaltungselektronik", sagte Berchtold.

Es gebe noch einen anderen plastischen Vergleich: "Es wird mit SMS mehr Umsatz gemacht als mit dem gesamten öffentlichen Rundfunk. Das hätte vor wenigen Jahren kaum jemand geahnt, weil niemand wusste, was SMS ist."

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