UMTS Die Fragen sind groß

Top oder Flop - Mitte des Jahres präsentiert Siemens ein neues UMTS-Handy. Wie will Siemens-Chef Heinrich von Pierer die Kunden von dem neuen Mobilfunkstandard überzeugen? Wo sind die Potenziale?

"Ich glaube die Anstrengung wird sich lohnen". Heinrich von Pierer, Chef von Siemens, weiß, beim UMTS-Aufbau sind noch einige Hürden zu nehmen. Teure Hürden. Aber es führt kein Weg zurück.

"Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir die Versteigerung mit Schrecken aufgenommen haben", sagt von Pierer. Angesichts der hohen Finanzierungskosten habe er sich schon dramatische Szenarien über die Auswirkungen dieser finanziellen Last ausgemalt. Doch so schlimm, wie es sich der Siemenschef einst vielleicht vorgestellt haben mag, ist es nicht gekommen.

"Natürlich gibt es eine gewisse Skepsis gegenüber UMTS", so von Pierer. Wer nicht an der Technik zweifele, der fragte nach der erbrachten Investition, ob sich das wirtschaftlich überhaupt rechnen könne. Auch stellten sich Fragen über die Umweltverträglichkeit. "Die Fragezeichen sind groß, aber UMTS wird kommen", so der Manager.

Von Pierer selbst gehört nicht zu der Gruppe der Zweifler. Sein Unternehmen entwickelt nicht nur selber Handys, sondern ist auch beim Aufbau des Netzes beteiligt. Dazu hat der Konzern verschiedene Kooperationen geschlossen wie zum Beispiel mit NEC und T-Mobile. Zusammen mit den Partner könnten die Kosten für den Aufbau gesenkt werden, sagt von Pierer.

Ein Phantasie-Frage

Doch die Frage, wie schnell sich UMTS durchsetzen kann, lässt auch von Pierer unbeantwortet. "Man muss die Phantasie der Kunden wecken", sagt von Pierer. Vor allem hinge es davon ab, wie die Netzbetreiber vorankämen und welche Angebote entwickelt würden. Einen Vorgeschmack böten derzeit MMS-Nachrichten.

"Ich glaube wir haben mit dem GSM-Netz die Basis für die Weiterentwicklung gelegt", sagt von Pierer. Großes Potenzial sieht der Manager auch im Verschmelzen der verschiedenen Geräte wie beispielsweise der Organiser mit dem Handy.

Nicht ohne Subventionen

Ob denn Siemens rechtzeitig UMTS-Handys bereitstellen werde, fragten einige Journalisten. Die Einführung von GPRS-Handys sei doch schleppend verlaufen, so dass auch die Netzbetreiber darunter gelitten hätten. Davon will von Pierer nichts wissen. "Ich kann überhaupt nicht erkennen, dass wir zu spät sein sollten."

Mitte des Jahres wolle Siemens ein UMTS-Handy – allerdings noch mit Motorola-Bausteinen – auf den Markt bringen. Ab 2004 käme dann ein eigenentwickeltes Telefon. Um UMTS aber für den Massenmarkt aufzustellen, sei die Frage des Preises entscheidend – für die Hardware wie für die Dienste und Services. Der Preis müsse sensitiv sein. Ohne Subventionen sei das wahrscheinlich nicht zu machen. Aber das sei Sache der Netzbetreiber, so von Pierer.

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