UMTS Der Allrounder

Top oder Flop - Thomas Holtrop bereitet T-Online als Contentlieferanten für T-Mobile vor. Von einer Killerapplikation will er aber nicht sprechen.

"Service und Content werden auch für UMTS eine zentrale Rolle spielen", sagt Thomas Holtrop. Der Vorstandsvorsitzende von T-Online weiß wovon er redet. Unter seiner Führung wurde die Telekom-Tochter vom reinen Internetanbieter zum Mediendienst ausgebaut.

T-Mobile könne von den Erfahrungen, die die Internet-Tochter der Deutschen Telekom gesammelt hätte, profitieren. Das gelte besonders für den Bereich Inhalte. "T-Online kommt eine wichtige Rolle für das Mobilfunkgeschäft zu", sagt Holtrop. "Denn unsere Inhalte sollen sowohl für den mobilen, breit- und schmalbandigen Bereich angeboten werden." Doch das Internet bleibe immer die dahinter liegende Technologie.

Von einer "Killeraplikation" für mobile Offerten will der ehemalige Deutsche-Bank-24-Manager allerdings nicht sprechen. Großes Potenzial sieht Holtrop im Infotainmentbereich, für den T-Online immer mehr zahlende Kunden gewinne.

Befürchtungen, Kunden wollten für Inhalte nicht noch zusätzlich zahlen, versucht Holtrop zu zerstreuen. Was im Internet funktioniere, könne auch im Mobilfunk funktionieren, meint der Vorstandsvorsitzende. Wachstumsmotor seien Bezahlinhalte beziehungsweise Bezahlservices. "Es hat sich im Internet gezeigt, dass die Bereitschaft für Inhalte zu zahlen in den vergangenen Monaten enorm gestiegen ist", sagt Holtorp. Genaue Zahlen über Nutzer und Umsatz für das Internetangebot will der Manager aber erst im März zur Bekanntgabe der Bilanz veröffentlichen.

Geschwindigkeit zieht Interesse

Großes Potenzial rechnet Holtrop den Breitbandanschlüssen zu. "Je höher die Geschwindigkeit, mit der der Nutzer durch das Internet surft, desto intensiver wird das Internet genutzt", lautet seine Formel – die er wohl auch auf den Mobilfunk überträgt. Doch das Angebot müsse sich an den Bedürfnissen der Nutzer ausrichten. Und das liege vor allem in der Information, Bildung, Unterhaltung, Transaktionen und im "On Demand". Letzteres Angebot baut der Manager derzeit im Videobereich aus. Mittels einer Set-Top-Box können Nutzer ab März das T-Online-Angebot auch auf den Bildschirm ihres Fernsehgeräts holen. Dann sollen sie einzelne Sendungen aus dem TV-Programm aufnehmen können. Ob das Experiment gelingt?

Zumindest weist Holtrop schon mal in die Richtung digitales, interaktives TV. Bis 2010 soll nämlich das Fernsehprogramm bundesweit digital gesendet werden, so die Vorgabe der Bundesregierung. Bis es aber soweit ist, haben Kabelbetreiber und TV-Sender noch einiges zu tun.

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