Süddeutscher Verlag "Frankenpost" geht an ddvg

Die 70-prozentige Beteiligung an der "Frankenpost" wird an die SPD-Medienbeteiligungs-Gesellschaft ddvg verkauft. Jetzt muss noch das Bundeskartellamt sein Plazet geben.

München - Die 70-prozentige Beteiligung an der "Frankenpost" werde an die SPD-Medienbeteiligungs-Gesellschaft ddvg verkauft, teilte der Süddeutsche Verlag (SV) am Mittwoch in München mit. Damit schafft der Verlag eine wichtige Voraussetzung für die kartellrechtliche Prüfung des geplanten Einstiegs der Südwestdeutschen Medien Holding als neuem Gesellschafter des SV.

"Wir gehen davon aus, dass die Genehmigung des Bundeskartellamts nun rasch erteilt werden kann", sagte SV-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz. Bislang hielt die ddvg 30 Prozent an der "Frankenpost". Die Medienholding will die Mehrheit an der Zeitung nach eigenen Angaben aber nicht auf Dauer halten, sondern nur einen Beitrag zur Zukunftssicherung des SV mit seinem Flaggschiff "Süddeutsche Zeitung" leisten.

"In der Sache ging es vorrangig um den Vollzug der neuen Beteiligungsstruktur beim Süddeutschen Verlag", sagte ddvg- Geschäftsführer Jens Berendsen in Hamburg. Aus grundsätzlichen Erwägungen werde die ddvg wieder nach einem Partner suchen.

Die ddvg ist in zahlreichen Verlagshäusern in Franken und anderen Regionen engagiert. Der SV hatte die Verkaufsverhandlungen mit der ddvg bereits am Dienstag bestätigt und damit heftige Kritik der CSU ausgelöst. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel und Bayerns Medienminister Erwin Huber (CSU) warnten vor Gefahren für die Pressefreiheit in Franken. Bereits jetzt sei die SPD der zweitgrößte Verleger in Deutschland mit einem Anteil von zehn Prozent an der Gesamtauflage aller Tageszeitungen.

Mit dem Verkauf der "Frankenpost" mit Sitz in Hof geht auch der "Vogtland-Anzeiger", der speziell auf die Interessen der Leser in Sachsen zugeschnitten ist, an die ddvg über. Im Verbreitungsgebiet der "Frankenpost" und des "Vogtland-Anzeigers" gibt es nach Angaben des SV eine kartellrechtlich relevante Überschneidung mit der "Freien Presse" in Chemnitz. Die Zeitung gehört zur Medien Union GmbH, an der die Südwestdeutsche Medien Holding beteiligt ist.

Die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH ist die Obergesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart mit zahlreichen Beteiligungen im Medienbereich ("Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten"). Der Süddeutsche Verlag hatte den Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding als sechstem Gesellschafter im November angekündigt.

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