TV-Kabelnetz Vorbereitet für das Digital-TV

Die Deutsche Telekom hat endlich einen Käufer für ihre sechs Fernsehkabelnetze gefunden. Nun will eine Investorengruppe um Goldman Sachs ihr Glück versuchen und die Netze allmählich aufrüsten. Dafür gibt sie sich fünf Jahre Zeit.

Düsseldorf - Für 1,725 Milliarden Euro gehen die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom  an eine US-Investorengemeinschaft um Goldman Sachs. Wenn das operative Geschäft gut läuft und je nachdem, welchen Preis die Investoren bei einem späteren Verkauf der sechs Kabelnetze erzielen, erhält die Telekom maximal noch einmal 375 Millionen Euro hinzu. Der Deal enttäuscht, denn vor einem Jahr hätte die Telekom noch 5,5 Milliarden Euro erhalten.

Wie geht es aber nun weiter? Die Landesmedienanstalten fordern schon lange den Ausbau des Kabelnetzes, um die Infrastruktur für digitales Fernsehen zu bieten.

Unsicherheit verbreitet das Konsortium in der Branche, da es sich um eine Gemeinschaft vor allem aus Venture-Kapitalgebern und Privat-Equity-Unternehmen handelt. Deren Ziele sind vor allem Gewinne. Wie lange wird die Gruppe also die Netze behalten und dort investieren?

Aus Kreisen ist nun zu hören, dass das Käuferkonsortium die sechs Kabelnetze in Bayern, Berlin/Brandenburg, Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen, Bremen/Niedersachsen, Rheinland-Pfalz-Saarland sowie Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern mindestens fünf Jahre behalten will. In dieser Zeit sollen die Netze aufgerüstet werden, hieß es. Zunächst ist dabei der Ausbau des digitalen Angebots geplant, darüber hinaus sollen weitere Programme hinzukommen. Mittel- bis langfristig werde zudem die Einführung von Video on Demand erwogen.

Fehler vermeiden

"Man muss genau hinsehen, wo sich Investitionen lohnen", hieß es aus Kreisen. Fehler, die die Kabelbetreiber Ish (Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg)und Isey (Hessen) gemacht hätten, wollte die Gruppe nicht wiederholen. Die Unternehmen wollten ihre Netze fürs digitale TV und Internet aufrüsten, hatten sich aber dabei finanziell übernommen. Die Ish-Holding meldete schließlich sogar Insolvenz an.

Alles entscheidend ist der Testmarkt Berlin. Dort wollen sich die Investoren – wie es heißt - auf dem bestehenden Testmarkt Berlin ansehen, ob das Kabel deutschlandweit auch als Auffahrt ins Internet genutzt werden könne. Weitere Übernahmen seien nach derzeitigem Stand der Dinge nicht geplant, hieß es.

Wie es weiter hieß, sei mit dem Bonner Konzern einstweilen lediglich eine Absichtserklärung abgeschlossen, aber noch kein fester Kaufvertrag unterzeichnet. Grund sind dem Vernehmen nach noch unklare technische Einzelheiten der Finanzierung. Es handele sich um eine Brückenfinanzierung auf fünf Jahre, die binnen zwölf bis 24 Monaten refinanziert werden solle.

Dies sei entweder über Bankdarlehen oder über eine Verbriefung der Assets möglich. Für eine Securization sei eine Bewertung des Kabels, ein Investment-Grade, durch Ratingagenturen nötig. Und für diesen Vorgang werde noch Zeit benötigt. Allen voran muss zudem auch noch das EU-Kartellamt der Transaktion zustimmen.

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