AOL Time Warner Erneuter Abschreibungsschock

Wie tief steckt der Mediengigant in der Krise? Nach Presseberichten drohen wieder Wertberichtigungen im Milliarden-Dollar-Bereich.

Washington - AOL Time Warner  habe Analysten darüber informiert, dass dem Unternehmen eine weitere "gigantische" Abschreibung ins Haus stehe, berichtet die "Washington Post". Unter Berufung auf anonyme Quellen heißt es in dem Bericht, dass die neue Monster-Abschreibung bei über zehn Milliarden Dollar liegen soll.

Schon im ersten Quartal 2001 schockierte AOL Time Warner mit einer Abschreibung von 54 Milliarden Dollar. Den genauen Wert der Korrektur wird der Medienkonzern bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen am 29. Januar bekannt geben.

Wieder soll es bei der Korrektur der Bücher um den so genannten "Goodwill" gehen. Dieser entsteht, wenn Firmen gekauft werden, und der Kaufpreis die Vermögenswerte der neuen Tochterfirma übersteigt.

Solche Abschreibungen belasten nicht das operative Ergebnis des Unternehmens, sie zeigen Anlegern und Analysten jedoch die Risiken und Schwächen eines Unternehmens und können auch bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit eine Rolle spielen.

Im Fall von AOL Time Warner muss laut "Washington Post" der Wert der Internetsparte nochmals nach unten korrigiert werden. Nach Ansicht von UBS-Warburg-Analyst Christopher Dixon ist diese Abschreibung unumgänglich geworden, weil sich die Werbeumsätze des weltgrößten Internetdienstes AOL etwa halbiert haben und die Anzahl der Abonnenten nur noch langsam steigt.

AOL liegt mit 35 Millionen Online-Kunden immer noch weit vor Konkurrenten wie Microsoft , die auf rund acht Millionen Abonnenten kommen. Dennoch graben immer mehr Konkurrenten mit billigeren Angeboten oder High-Speed-Zugängen an der Kundenbasis.

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